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Durchführung 3 - Datenbasierte Entscheidungsfindung

Google Project Management Certificate · Kurs 4: Projektdurchführung - Das Projekt steuern


Fortschritt zu verfolgen und Qualität zu managen erzeugt beides Zahlen. In diesem Modul geht es darum, was man mit ihnen tut. Daten sind schlicht eine Sammlung von Fakten, und Datenanalyse ist der Prozess, diese Fakten zu erheben und zu ordnen, damit man Schlüsse ziehen, Probleme lösen und seine Ziele stützen kann. Täglich entstehen rund 2,5 Trillionen Byte an Daten, die eigentliche Fähigkeit einer Projektmanagerin besteht also nicht darin, noch mehr davon zu sammeln, sondern die wenigen Zahlen herauszugreifen, die tatsächlich eine Entscheidung verändern.

Das Modul verläuft geradlinig: was Daten dir bringen, welche Kennzahlen zu verfolgen sind, wie man entscheidet, welche davon gerade wirklich zählen, wie man mit Daten ethisch umgeht, der Analyseprozess selbst, dann das Visualisieren des Ergebnisses und das Präsentieren vor Stakeholdern. Die zweite Hälfte ist die, die das Modul in Übungen einübt, denn das Deliverable ist eine Stakeholder-Präsentation, die aus Projektdaten gebaut wird.

Der Leitgedanke durchgehend: Daten allein überzeugen niemanden. Fakten werden erst dann überzeugend, wenn sie zu einer Erzählung geformt und mit einer Visualisierung verbunden werden, denn genau das bleibt bei Menschen hängen.


Daten sind längst Teil des Alltags: Sportlerstatistiken, Bildschirmzeit-Berichte, Gesundheits-Tracking, Jobportale, die dich anhand der eingetragenen Erfahrung und deines Wohnorts passenden Stellen zuordnen. Eine Läuferin, die für einen 10-km-Lauf trainiert, liest das Tempo in Minuten pro Kilometer von einer GPS-Uhr ab und passt ihr Training danach an. Netflix beobachtet Datenpunkte zu Genre, Bewertung und wiederholtem Ansehen, um zu erraten, was dir als Nächstes gefallen wird. Gleicher Mechanismus, andere Größenordnung.

Für eine Projektmanagerin bringt der tägliche Umgang mit Daten fünf Dinge:

Bessere Entscheidungen treffenProbleme lösenLeistung verstehenProzesse verbessernNutzerinnen und Nutzer verstehen

Durchgespielt am laufenden Beispiel „Plant Pals” bei Office Green: Kaufverhaltensdaten, die zeigen, dass jeder Bestseller eine Tropenpflanze ist, sagen dir, was du als Nächstes beim Lieferanten bestellen solltest, und sie sagen dir etwas Echtes über die Kundenpräferenz. Tracker-Daten zu abgeschlossenen Aufgaben, ausgelösten Eskalationen und erfassten Issues zu einem internen Prozess zeigen dir, wo sich der Schmerz konzentriert, sodass du weißt, welchen Prozess du zuerst reparieren musst.

Daten bleiben nicht von allein nützlich. Zu einem mächtigen Werkzeug werden sie erst durch kritische Analyse, Anwendung und Umsetzung - das Sammeln ist höchstens ein Drittel der Arbeit.


Drei Begriffe, die austauschbar verwendet werden und es nicht sollten.

BegriffWas es ist
DatenDie Information selbst - die Zahlen und Rückmeldungen, die zu deinem Projekt verfügbar sind
Kennzahl (Metrik)Eine quantifizierbare Messgröße, mit der ein Geschäftsziel verfolgt und bewertet wird; die Art, wie du die Daten misst. Kennzahlen folgen aus Zielen und unterscheiden sich daher von Projekt zu Projekt
AnalyticsDaten nutzen, um Fragen zu beantworten, Zusammenhänge zu entdecken und unbekannte Ergebnisse vorherzusagen

Sind die Kennzahlen gewählt, bleiben diese Fragen: Was bedeuten diese Kennzahlen für mich eigentlich, wie will ich sie nutzen, finde ich Muster, mit denen ich Vorhersagen treffen kann, finde ich etwas zu optimieren, und welche Lehren stecken in den Daten dieses Projekts für das nächste?

Kennzahlen gruppieren sich grob in Produktivitätskennzahlen und Qualitätskennzahlen, aber die Kategorien sind keine Mauern. Alle Projektdaten hängen zusammen, und dieselbe Kennzahl auf einen anderen Teil des Projekts angewandt erzählt dir etwas anderes.

Produktivitätskennzahlen messen Fortschritt und Output über die Zeit und erlauben dir, zu verfolgen oder vorherzusagen, wie effektiv und effizient das Team arbeitet.

KennzahlBedeutungWas du von ihr wissen willst
MilestonesEin wichtiger Punkt im Zeitplan, der Fortschritt markiert, meist der Abschluss eines Deliverables oder einer PhaseWie viele Milestones wurden in einem bestimmten Zeitfenster erreicht?
AufgabenEine Tätigkeit, die in einem festgelegten Zeitraum abzuschließen istWelcher Prozentsatz wird pünktlich fertig, und wie lange dauern sie wirklich?
PrognosenEine Vorhersage eines Ergebnisses aus dem, was du heute weißt, etwa sechs Monate bis zum Abschluss mit den heutigen RessourcenWerden meine Vorhersagen zu Trends, Dauer, Kosten und Leistung genauer?
DauerGesamtzeit von Anfang bis Ende, auch pro Milestone nutzbarHalte ich die Deadline? Aufgeschlüsselt in Stunden, Tage, Wochen, Monate, manchmal Jahre

Die Quote termingerechter Fertigstellungen ist für Stakeholder die Schlagzeilenzahl. Hohe Quoten heißen, dass du deine Ziele erreichst; niedrige heißen, dass Deadlines rutschen und etwas repariert werden muss, sei es ein Prozess oder die Art, wie du Scope, Komplexität und Zeitplan schätzt. Die tatsächliche Aufgabendauer zu erfassen ist das, was die nächste Zeitplanschätzung besser macht. Die Zukunft vorherzusagen ist unmöglich, aber zu verfeinern, wie du Prognosen erstellst, ist sowohl machbar als auch wertvoll.

Qualitätskennzahlen beziehen sich auf das Erreichen akzeptabler Ergebnisse.

KennzahlBedeutungWarum sie Qualität signalisiert
Anzahl der ÄnderungenJede Abweichung von dem, was ursprünglich geplant oder gefordert warÜberwacht Risiko. Kleine Änderungen, die sich aufsummieren, sind ein Frühwarnzeichen für ein größeres Problem. Führe ein Änderungsprotokoll (Change Log), eine Aufzeichnung aller nennenswerten Änderungen, um Stakeholdern zu erklären, warum etwas langsam oder teuer ist
Anzahl der IssuesEin bekanntes, reales Problem, das eine Aufgabe blockieren kann, etwa eine verzögerte rechtliche Freigabe einer Anzeige oder zu wenige bestätigte Plätze, um einen Konferenzort zu sichernIssues verursachen meist Änderungen; Muster darin zeigen auf Prozesse, die verfeinert werden sollten
KostenabweichungDer Unterschied zwischen tatsächlichen und budgetierten AusgabenGeringe Abweichung heißt, dass du Budgets gut schätzt. Hohe Abweichung heißt, deine Schätzmethode oder deine Ausgabenerfassung zu überprüfen. Beispiel: Budget für 250 Konferenzteilnehmende, 275 erscheinen, der Veranstaltungsort stellt dir die Zusätzlichen in Rechnung

Projektmanager bei Google nutzen eine Untergruppe der Qualitätskennzahlen, die Happiness-Kennzahlen heißen und die Gesamtzufriedenheit der Nutzenden mit einem Produkt oder Service abdecken: optische Attraktivität, Weiterempfehlungsbereitschaft, Bedienfreundlichkeit. Erfasst werden sie über eine gut gestaltete Umfrage oder indirekt über Umsatz, Kundenbindung und Retouren.

Ein Kundenzufriedenheitswert ist normalerweise eine zusammengesetzte Größe, der Durchschnitt mehrerer Happiness-Kennzahlen. Bewertet eine Kundin das Erscheinungsbild mit 6/10, die Bedienfreundlichkeit mit 7/10 und die Weiterempfehlungsbereitschaft mit 8/10, liegt der Gesamtwert bei 7/10. Was als akzeptabler Wert gilt, entscheidest du nicht allein - vereinbare ihn mit den Stakeholdern, indem ihr besprecht, welche Aspekte des Projekts am wichtigsten sind.

Ebenfalls qualitätsbezogen und am leichtesten als Party zu merken.

Adoptionwird das Produkt, der Service oder der Prozess überhaupt angenommen und genutzt? Haben die Leute die Einladung angenommen und sind erschienen?
→
Engagementin welchem Ausmaß wird es genutzt? Wie aktiv waren sie auf der Party, wie lange blieben sie, brachten sie Freunde mit?
Adoption ist das Ja oder Nein; Engagement ist Häufigkeit, Dauer und Breite der Nutzung.

Jedes Projekt definiert seine eigenen Adoption-Kennzahlen. Gängige: Konversionsraten, Time to Value (TTV), Abschlussquoten im Onboarding, Kaufhäufigkeit, ob Nutzende eine Bewertung hinterlassen, ob sie ein Profil vervollständigen. Engagement-Kennzahlen können die tägliche Nutzungsrate einer Funktion sein oder erfasste Bestellungen und Kundeninteraktionen.


Es sind weit mehr Daten verfügbar als nützlich, deshalb bietet das Modul eine Analogie zur Körpertemperatur an. Normal sind rund 98,6 Grad Fahrenheit. Überschreitest du 100,4, beginnt der Körper Signale zu senden - Schwitzen, Schmerzen, Dehydrierung -, weil es die Aufgabe des Gehirns ist zu bemerken, was die Gesundheit insgesamt bedroht. Projektdaten funktionieren genauso.

Zwei Wege zu entscheiden, was wichtig ist:

Beobachte Produktivität und Output des Teams und identifiziere, welche Aufgaben am meisten zum Ziel beitragenPriorisiere die Daten und Kennzahlen, die den Stakeholdern am wichtigsten sind

Das durchgearbeitete Beispiel. Ein Hersteller bringt bis Q3 ein tragbares Haushaltsgerät heraus, und die Sorge des Stakeholders ist die Deadline. Die verfügbaren Daten: Es ist Q1, du liegst 2.000 Dollar über Budget, aber das Burndown-Chart (Zeit gegen erledigte und verbleibende Arbeit) sieht dich 30 Tage vor dem Zeitplan. Schaust du weiter, sind die Aufgaben in drei Wochen um 10 Prozent gewachsen, weil Stakeholder immer neue Funktionen hinzufügen, und die Produktivität des Teams sinkt, weil späte Nächte es auslaugen.

Das verlockende Signal ist die Budgetüberschreitung. Die richtigen Signale sind die, die an Zeit und Scope hängen, denn das ist es, was der Stakeholder als sein Anliegen genannt hat. Die ehrliche Lesart der Daten: Die Deadline ist erreichbar, sofern die Feature-Wünsche aufhören. Produktivitätskennzahlen erlauben dir dann vorherzusagen, wie das Team den zusätzlichen Scope bei seinem aktuellen Tempo aufnimmt, und du kommunizierst diese Prognose statt einer bloßen Beruhigung.


Du wirst Daten aus Fokusgruppen, Interviews und Fragebögen sammeln, und sie werden oft PII enthalten (personenbezogene Daten, mit denen sich jemand identifizieren, kontaktieren oder lokalisieren lässt). Anschließend berichtest du darüber an Stakeholder, Kundinnen und Team, ein ethischer Umgang damit schützt also deine Organisation, dein Projekt und deine Position.

Organisationen praktizieren Datenethik, um Vorschriften einzuhalten, Vertrauenswürdigkeit zu zeigen, faire und angemessene Nutzung sicherzustellen, Verzerrungen zu minimieren und ein positives öffentliches Bild aufzubauen. Zwei Prinzipien tragen den größten Teil des Gewichts.

Der ordnungsgemäße Umgang mit Daten: warum sie erhoben und verarbeitet werden, Datenschutzpräferenzen, wie personenbezogene Daten verwaltet werden und welche Rechte Einzelne haben, alles im Einklang mit dem Recht, über Erhebung, Verarbeitung, Weitergabe, Archivierung und Löschung hinweg. Drei praktische Schritte:

PraxisWas sie bedeutet
Datenschutzbewusstsein schaffenStelle sicher, dass jedes Teammitglied sowie externe Dienstleister, Auftragnehmer und Stakeholder die Datensicherheits- und Datenschutzprotokolle deiner Organisation kennen
Sicherheitswerkzeuge nutzenVerschlüsselter Speicher und Passwortmanager senken das Risiko eines Datenlecks; in Tools wie Google Workspace oder Microsoft OneDrive beschränkst du den Zugriff auf namentlich genannte Personen
Daten anonymisierenIdentifizierende Felder leeren, hashen oder maskieren, damit Personen anonym bleiben und die Daten anschließend frei geteilt werden können. Anonymisiere Namen, Telefonnummern, Sozialversicherungsnummern, E-Mail-Adressen, Fotos und Kontonummern

Verzerrung schleicht sich ein über tendenziöse Umfragefragen, eine Stichprobe, die die Grundgesamtheit nicht abbildet, eine Stichprobe ohne Inklusivität (etwa der Ausschluss von Menschen mit Behinderungen) oder sogar über die Erhebungsmethode: Gibst du den Leuten zu wenig Zeit, führen hastige Antworten zu mehr Fehlern und schlechteren Daten. Denke von der ersten Erhebung bis zur Präsentation der Schlussfolgerungen an Verzerrung und Fairness. Vier häufige Typen:

VerzerrungWas schiefgehtBeispiel
StichprobenverzerrungDie Stichprobe bildet die Grundgesamtheit als Ganzes nicht abNiemand über 65 ist enthalten, oder ganze sozioökonomische Gruppen fehlen
BeobachterverzerrungVerschiedene Menschen beobachten dasselbe unterschiedlichStakeholder in verschiedenen Teilen der Welt lesen identische Daten und kommen zu verschiedenen Schlüssen
InterpretationsverzerrungEine mehrdeutige Situation strikt positiv oder strikt negativ lesen, obwohl mehrere Lesarten gültig sindUneindeutige Umfrageergebnisse machen manche nervös, und Nervosität schlägt sich auf eine Seite, während eine ruhigere Leserin mehrere Blickwinkel abwägt
BestätigungsverzerrungInformationen so suchen oder deuten, dass sie bestätigen, was du ohnehin glaubstNur die Stakeholder fragen, von denen du weißt, dass sie dir zustimmen

Die Alltagsversion: Du sparst auf eine größere Anschaffung, stellst also ein Budget auf, prüfst es und findest heraus, dass die wöchentlichen Ausgaben die wöchentlichen Freibeträge überschreiten, hauptsächlich durch Essengehen. Die Anpassung folgt aus dem Befund. Das Sammeln war nur die halbe Arbeit; die Analyse hat aus Zahlen einen Plan gemacht.

Das Fahrdienst-Beispiel. Analystinnen entdecken in einer Stadt eine starke Nachfrage nach Fahrern zur Rushhour mitten in der Woche und Fahrgäste, die zu Spitzenzeiten kaum abgeholt werden. Als Projektmanager wählst du mit dem Team die Datenpunkte aus: Verkehrsspitzenzeiten, durchschnittliche tägliche Fahrtanfragen, Anzahl verfügbarer Fahrer. Die Analyse weist auf eine Lösung hin, nämlich Anreize für Fahrer, zu Spitzenzeiten in der Stadt zu arbeiten. Fahrer fühlen sich wertgeschätzt, das Fahrerangebot steigt, die Kundenzufriedenheit steigt.

TypWas es istBeispiel aus dem Fahrdienst-Fall
QuantitativStatistische und numerische FaktenGezählte Fahrtanfragen und wie sie an bestimmten Punkten über einen Zeitraum anstiegen
QualitativSubjektive Eigenschaften, die Zahlen nicht erfassen könnenNutzerfeedback zum Service

Du nutzt beides, um Entscheidungen zu fundieren, Verbesserungen vorzunehmen und Erkenntnisse zu teilen. Projektmanager wenden Analyse am häufigsten an, um wiederkehrende Verhaltensweisen zu erkennen und auf der daraus folgenden Vorhersage eine Lösung zu bauen.

Durchgespielt an einem Fitnessstudio, das Mitglieder verliert.

  1. Fragen. Rahme die Analyse mit Leitfragen, beginnend mit: Was ist das Problem? Vergleiche den aktuellen Zustand des Geschäfts mit dem Idealzustand und benenne das Hindernis so genau wie möglich, gerichtet auf das Problem statt auf seine Symptome. „Warum verlieren wir ständig Mitglieder?” ist schwach; „welche Faktoren wirken sich negativ auf das Mitgliedererlebnis aus?” sagt dir, wonach du suchen musst. Identifiziere außerdem deine Stakeholder und kläre genau, was sie von dir wollen - alle Geschäftsrisiken zu analysieren ist eine andere Aufgabe als Wetter- und Saisonrisiken zu analysieren.

  2. Vorbereiten. Daten sammeln und speichern. Hier befragst du Mitglieder zu ihrem Erlebnis in drei definierten Kategorien, Instandhaltung der Anlage, Kundenservice und Mitgliedsbeitrag, plus einem Freitextfeld. Halte ein geordnetes System bereit, um die eingehenden Antworten zu verfolgen und abzulegen.

  3. Verarbeiten. Daten bereinigen. Trage sie in eine Tabellenkalkulation oder ein anderes Tool ein und entferne Inkonsistenzen und Ungenauigkeiten: doppelte Antworten desselben Mitglieds, verzerrte Daten, Tippfehler und andere Fehler. Die Bereinigung ist das, was dir erlaubt, später zu behaupten, die Entscheidungen ruhten auf Fakten und seien fair und unverzerrt.

  4. Analysieren. Genau hinsehen, um Schlüsse zu ziehen, Vorhersagen zu treffen und die nächsten Schritte zu bestimmen. Transformiere und ordne die Daten so, dass die volle Tragweite des Ergebnisses sichtbar wird, und baue Diagramme, die Trends, Muster oder Lücken offenlegen, die weitere Recherche brauchen. Im Fitnessstudio-Fall nennen 50 Prozent der Freitextantworten veraltete Geräte und 75 Prozent zu teure Beiträge. Nebeneinandergestellt erhellen sich beide gegenseitig: Mitglieder empfinden das Erlebnis als den Preis nicht wert, Investitionen in Geräte sind also das, was den Mitgliedsbeitrag schützt.

  5. Teilen. Nutze Datenvisualisierung, um die Befunde in einer Form zu präsentieren, die dein Publikum verdauen kann, und biete die Erkenntnis so an, dass Stakeholder eine wirksame, datenbasierte Entscheidung treffen können.

  6. Handeln. Das Unternehmen nimmt die Erkenntnis und setzt sie gegen das ursprüngliche Problem ein.


Das eigene Beispiel des Dozenten läuft parallel zu den Schritten: ein Google-Maps-Projekt, jedes Unternehmen der Welt zu kennzeichnen (Restaurants, Hotels, Tankstellen und alles Übrige), mit nur einem kleinen Team von Engineers, präsentiert vor Vice Presidents aus Google Maps und Google Search, da Nutzende Unternehmen über beide erreichen.

1 · Zielgruppe definierenSponsoren, Führungskräfte oder Teammitglieder? Frage, was sie wissen wollen, was ihre dringendsten Sorgen sind, welche Datenpunkte das Ergebnis treiben. Hier: VPs aus Maps und Search
2 · Daten sammelnfinde Daten aus vertrauenswürdigen Quellen, die deine Frage beantworten. Ziehe sie aus dem Projektplan und der Work-Management-Software. Die Maps-Frage war: worauf sollten wir uns zuerst konzentrieren?
3 · Filtern und analysierenprüfe die Daten auf Glaubwürdigkeit und filtere sie. Suchanfragen zeigten, dass Restaurants, Cafés und Hotels dominierten; Tankstellen, Museen und der Rest waren zusammen ein deutlich kleinerer Anteil des ortsbezogenen Traffics
4 · Visuelle Darstellung wählenDashboards, Diagramme, Infografiken, Karten. Das Maps-Team entschied sich für ein Kreisdiagramm
5 · Die Geschichte formenalles zu einer stimmigen Erzählung verbinden: was du erreichen willst, die Punkte, die du machen willst, die Sorgen, die du beantworten willst. Hier: Eine kleine Menge an Kategorien deckt die meisten Geo-Suchen ab, das Bereinigen ihrer Daten in wenigen großen Märkten verbessert also die Ergebnisse für mehr als 50 Prozent der Geo-Suchen
6 · Feedback einholenmache einen Probelauf mit jemandem ohne Bezug zum Projekt. War es interessant, ergab es Sinn, was hat die Person gefragt? Letzte Chance, zu reparieren, was unklar oder wenig einprägsam war
Sechs Schritte zu einer Datengeschichte. Entscheidend sind Organisation, Absicht und Vorbereitung.

Drei Gründe, warum eine Projektmanagerin dazu greift: Sie filtert und richtet die Aufmerksamkeit des Publikums auf die wichtigsten Datenpunkte und Erkenntnisse; sie verdichtet und presst lange Gedanken in ein einziges Bild; und sie bleibt hängen, unterstützt also die Informationsverarbeitung und verbessert die Erinnerung. Letzteres ist der Grund, warum Visualisierung ein aktiver Teil des Storytellings ist und keine Dekoration.

Ein Dashboard zeigt eine knappe Zusammenfassung von Kennzahlen, Statistiken und KPIs. Ein Key Performance Indicator ist ein messbarer Wert, der zeigt, wie wirksam die Organisation ein zentrales Ziel erreicht - er signalisiert, ob du auf Kurs zu deinen Erfolgskriterien bist.

Was einen Platz darauf verdient:

Wichtigste KPIs und bisheriger FortschrittDurchschnittlicher Kundenzufriedenheitswert gegen einen ZielwertCountdown der Tage bis zum LaunchProzentsatz gelöster IssuesAufgaben und Milestones: erledigt, in Arbeit, nicht begonnenStatus von Projektplänen, Dokumenten und Berichten an einem Ort

Der Sinn ist Zusammenfassen, nicht Wiedergeben. Ist das Ziel ein Kundenzufriedenheitswert von 95 Prozent nach drei Monaten und du hast Tausende Umfrageantworten, zeigt das Dashboard den Durchschnittswert und das Tempo Richtung Ziel, keine Tabelle mit jeder einzelnen Antwort. Genauso bei einem Plan mit Hunderten Aufgaben in unterschiedlichen Fertigstellungsgraden.

VisualisierungWas es istWofür du sie nutzt
Burndown-ChartEin Liniendiagramm von Zeit gegen erledigte und verbleibende Arbeit, die offene Arbeit auf der vertikalen Achse und die Zeit horizontalDamit das Team sich vorstellen kann, wie viele Aufgaben noch offen sind
SäulendiagrammBalken, die Leistung und Fortschritt signalisierenVerschiedene Aktivitäten vergleichen oder den Fortschritt über die Zeit, etwa Kundinnen und gelieferte Pflanzen im Jahresvergleich
KreisdiagrammZusammensetzung, das Verhältnis der Teile zum GanzenAuf einen Blick zeigen, woraus das Ganze besteht
InfografikEine knappe visuelle Zusammenfassung von Informationen, bei Google ein One-Pager oder One-Sheeter, überwiegend Grafik mit stützendem TextKomplexe Informationen schnell und professionell präsentieren, besonders wenn du nicht dabei sein wirst, um sie zu erklären

Entscheide, was du zeigen willst, bevor du die Form wählst. Die Art der Daten und die Botschaft wählen gemeinsam das Diagramm.

Deine BotschaftDiagrammBest Practice
Zusammenhänge zeigen zwischen zwei VariablenStreudiagramm - Punkte, die durch zwei Variablen positioniert werden, oft mit einer Trendlinie, die die Richtung zeigt. Beispiel: Zufriedenheitswert auf der y-Achse gegen Lebenserwartung auf der x-Achse, beide steigen gemeinsamBeginne die y-Achse bei 0, damit die Daten korrekt dargestellt werden
Werte vergleichenBalkendiagramm - Größenkontrast zwischen zwei oder mehr Werten, auch gut, um Trends und Muster zu verdeutlichen. Beispiel: Motivation nach Tageszeit, morgens niedrig und bis zum Tagesende ansteigendNutze einheitliche Farben, Akzentfarben zum Hervorheben wichtiger Punkte und waagerechte Beschriftungen
Zusammensetzung darstellenKreisdiagramm - wie viel jeder Teil zum Ganzen beiträgt. Beispiel: ein Tag aufgeteilt in Arbeit, Schlaf, Essen, Pendeln, FernsehenVermeide zu viele Kategorien, lass die Segmente zusammen 100 Prozent ergeben, ordne sie nach Größe
Trends und Verhalten analysieren über die ZeitLiniendiagramm - Veränderung über die Zeit, kann mehr als eine Datenreihe tragen. Beispiel: Beliebtheit von Hunden gegen Katzen, beide steigend, Hunde immer darüberNicht mehr als vier Kategorien, um Unübersichtlichkeit zu vermeiden, und stark schwankende Daten oben im Diagramm platzieren

Darüber hinaus nutzt du Visualisierungen, um Veränderungen über die Zeit, Häufigkeiten und Korrelationen zwischen Dingen zu zeigen sowie Wert und Risiko zu analysieren, und machst sie barrierefrei, damit die Geschichte von allen verstanden wird. Auf der Tool-Seite verfolgt Projektmanagement-Software wie Workfront und Jira die Aktivität und liefert lesbare Ergebnisse zur Projektgesundheit, während Datenanalyse-Tools wie Tableau die Visualisierungsseite übernehmen.


Daten allein überzeugen niemanden davon, dass deine Entscheidungen richtig waren oder dass das Projekt zählte - eine wirksame Präsentation ist das, was die Arbeit vermittelt. Du wirst oft präsentieren: beim Kickoff, in wöchentlichen Status-Updates, in der Abschlusspräsentation des Projekts. Beginne mit der Frage was soll mein Publikum durch diese Präsentation wissen, denken oder tun, und baue dann um das große Ganze herum und halte es einfach.

EigenschaftWas dazu nötig ist
PräziseIdentifiziere das Problem, das du für dieses Publikum löst, und streiche alles, was die Erzählung verwässert. Nutze das Prinzip Gestalten für fünf Sekunden: Das Publikum sollte eine Folie in fünf Sekunden erfassen, nimm also nur die relevantesten Datenpunkte auf und keine Textwand
FlexibelEin Stakeholder geht vielleicht früher oder kommt später. Wisse, was du streichen würdest, um von einer Stunde auf 30 Minuten zu kommen, oder auf fünf. Vorbereitung ist das, was Flexibilität ermöglicht, und sie verhindert auch die kleinen Stolperer, die von der Erzählung ablenken
EinprägsamVerbinde Analyse, Visualisierung und Erzählung. Nutze Geschichten und Wiederholung. Achte auf deine Vortragsweise: aufrechte Haltung, Hände an der Seite, die Stimme heben, um einen Punkt zu setzen, bewusste Pausen, etwa halbes normales Sprechtempo, kurze Sätze, Blickkontakt, ein freundlicher Ausdruck. Und dann Selbstvertrauen, denn die Recherche ist getan
  1. Werde dir über das Ziel klar und hole Input ein. Sei konkret darin, was du aus dem Meeting willst, und rahme die Diskussion darum. „Wir brauchen zwei Engineers, die in dieser Branche gearbeitet haben” schlägt „wir brauchen mehr Ressourcen”. Prüfe diese Ziele mit deiner Führungskraft oder deinen Stakeholdern und nimm ihr Feedback auf, bevor du baust, und wenn du zum Präsentieren eingeladen wurdest, kläre genau, was sich die einladende Person davon erhofft.

  2. Erstelle einen Ablaufplan. Gib jeder Folie eine Schlagzeile, den einen Satz, für den sie existiert, dann ein paar stützende Punkte wie Anekdoten, Diagramme oder Daten. Baue Wegweiser ein, die dem Publikum signalisieren, wohin du gehst. Begrenze die Folien im Hauptdeck und halte Backup-Folien für schwierige Fragen, Abwägungen und Alternativen bereit, versteckt am Ende, bis sie gebraucht werden.

  3. Respektiere die Zeit des Publikums. Lade nur die Menschen ein, die dabei sein müssen, und schicke das Deck vorab, wo du kannst.

  4. Übe. Mache einen Probelauf mit dem Team, stimme Abdeckung und Übergaben ab, wenn es eine Co-Präsentation gibt, und probe das Q&A einschließlich dessen, was du sagst, wenn du eine Antwort nicht weißt. Sei bereit, das ganze Meeting allein zu führen, falls die Co-Präsentation ausfällt. Übe vor dem Spiegel oder nimm dich auf, um holprige Formulierungen zu erkennen.

  5. Bereite dich auf Überraschungen vor. Sei in der Lage, die Kernpunkte schnell zusammenzufassen, wenn die Zeit gekürzt wird, und den Inhalt auf das zu drehen, was deinem Publikum am wichtigsten ist.

  6. Beginne gut und halte das Tempo. Investiere zusätzliche Vorbereitung in die Einleitung, wo die Nervosität am höchsten ist und ein früher Erfolg Selbstvertrauen gibt. Komme direkt zur Sache: Nenne das Problem, sage, warum du im Raum bist und was du behandeln wirst, und lege Spielregeln fest, etwa ob Fragen währenddessen oder danach kommen. Führe das Publikum mit Übergängen wie darauf aufbauend oder wie ich vorhin erwähnt habe, und lies ihre Signale, um das Tempo anzupassen.

  7. Bleibe dran. Verschicke Zusammenfassungsnotizen, Action Items und Zeitrahmen. Mache eine Nachbesprechung mit deiner Führungskraft oder zentralen Teilnehmenden darüber, was sie mitgenommen haben, was gut lief und was besser hätte sein können, und geht die nächsten Schritte durch.

Du kannst nicht wirksam kommunizieren, wenn das Publikum den Inhalt nicht erreichen kann.

BereichPraxis
FoliengestaltungKlar und einfach. Vermeide überladene Grafiken, Texte oder Animationen, was für Menschen mit Seh- oder kognitiven Beeinträchtigungen am schwersten ist. Lass Animationen keine Inhalte entfernen, die andere noch lesen, und vermeide Blinken oder Flackern, das ablenkt und Anfälle auslösen kann. Einfach kann trotzdem schön sein
Immer eine Visualisierung nutzenNur Sprache ist hart für Menschen mit einer Sprachbarriere oder einer Hör- oder kognitiven Beeinträchtigung. Schon eine Folie mit den Hauptpunkten hilft
AlternativtexteFüge Bildern, Zeichnungen und Diagrammen Alternativtexte hinzu, damit Screenreader sie beschreiben können. Objekt auswählen, Rechtsklick, in Slides oder PowerPoint den Alternativtext wählen
DiagrammeDatenlastige Diagramme mit kleinen Schriften sind schwer zu entziffern, nenne die Kernaussage also auf der Folie selbst oder in den Sprechernotizen
Nie allein auf Farbe verlassenKritische Informationen brauchen Text. Einen neuen Teil eines Flussdiagramms in einer anderen Farbe hervorzuheben schließt farbenblinde Betrachtende aus, füge also einen Hinweis hinzu, etwa das Wort neu. Stützt sich das Deck stark auf Bilder, ergänze am Ende eine schriftliche Zusammenfassung
UntertitelUntertitle alle Audio- und Videoinhalte, prüfe die automatischen YouTube-Untertitel auf Richtigkeit und fordere einen Untertitelungsdienst an, wenn sie schlecht sind, und nutze Live-Untertitelung, wo verfügbar. Das hilft auch bei unterschiedlichen Akzenten, schnellen Sprechenden, Mikrofonproblemen und unruhigen Räumen
Kontrast und SchriftgrößeDer Unterschied zwischen Text und Hintergrund ist das Kontrastverhältnis; ziele auf 7:1. Größerer Text ist meist besser, stell dich also hinten in den Raum und prüfe, ob du deine Folien lesen kannst. Vermeide Großbuchstaben durchgängig, was für manche Lesende schwerer ist, unter anderem für Menschen mit Legasthenie
Vorab teilenSchicke die Folien einige Tage vorher, damit die Leute organisieren können, was sie brauchen, etwa das Mitlesen mit einer Screenreader-Software. Geht das nicht, schicke eine stichpunktartige Gliederung, und ergänze ein Glossar für Abkürzungen und Fachbegriffe, was auch Dolmetschenden und Untertitelnden hilft

Weiter: Führung & Einflussnahme → - ein Team führen, das einem nicht unterstellt ist.