Ökonomisch denken
Economics & Law - NIT Northern Institute of Technology / TUHH, Hamburg · Teil meines Technology-Management-MBA · Lernnotizen zur Wiederholung.
Noch vor jedem Angebots- und Nachfragediagramm installiert dieses erste Kapitel die Denkweise. Ökonomie wird oft für „die Lehre vom Geld und von der Börse” gehalten. Sie ist viel breiter als das: Sie ist eigentlich die Lehre davon, wie Menschen unter Knappheit Entscheidungen treffen. Sobald man sie so sieht, erklärt derselbe Werkzeugkasten Preise, Kriminalität, Heirat, Umweltverschmutzung und Politik.
1 · Was Ökonomie ist (und ihre zwei Hälften)
Abschnitt betitelt „1 · Was Ökonomie ist (und ihre zwei Hälften)“Die Ökonomie teilt sich in zwei große Zweige:
| Zweig | Untersucht | Beispielfragen |
|---|---|---|
| Mikroökonomie | Wie einzelne „Wirtschaftseinheiten” (Menschen, Unternehmen) Entscheidungen treffen | Wie legt ein Monopol seine Produktionsmenge fest? Wie bestimmt sich ein Lohn? Wie reagieren Kriminelle auf höhere Strafen? |
| Makroökonomie | Die Volkswirtschaft als Ganzes | BIP, Inflation, Arbeitslosigkeit, internationaler Handel |
Dieser Kurs bewegt sich fast vollständig in der Mikroökonomie - den Entscheidungen einzelner Menschen und Unternehmen - denn das ist die Ebene, auf der das Recht Verhalten verändert.
2 · Der rationale Akteur: „Homo oeconomicus”
Abschnitt betitelt „2 · Der rationale Akteur: „Homo oeconomicus”“Die traditionelle (neoklassische) Ökonomie modelliert Menschen als Homo oeconomicus - einen bewusst vereinfachten Entscheider. Das ist keine Behauptung, dass Menschen wirklich so sind, sondern eine nützliche Ausgangsbasis für Vorhersagen.
Ein Homo oeconomicus:
- ist eigennützig - tut, was für ihn selbst am besten ist;
- ordnet alle Alternativen und kann jeder einen Nutzen (einen „Wert”) zuweisen;
- maximiert diesen Nutzen unter den Restriktionen, denen er unterliegt.
3 · Wo das „Recht” ins Spiel kommt: Recht und Ökonomie
Abschnitt betitelt „3 · Wo das „Recht” ins Spiel kommt: Recht und Ökonomie“Der Kurs heißt Economics & Law, und die Brücke zwischen beidem ist ein Feld namens Recht und Ökonomie (Law & Economics, L&E) - „die ökonomische Analyse des Rechts”. Ihr Kerngedanke: Behandle eine Rechtsregel als etwas, das die Kosten und den Nutzen von Menschen verändert, sage dann vorher, wie sich Verhalten ändert, und frage, ob das Ergebnis gut ist.
Zwei Blickwinkel ziehen sich durch die gesamte L&E:
- Beschreibt und sagt vorher: wie werden sich Menschen verhalten, wenn das Gesetz X vorschreibt?
- Faktisch, überprüfbar - kein Werturteil
- Bewertet und empfiehlt: wie sollte das Gesetz aussehen?
- Braucht ein Ziel - meist Effizienz (Wohlfahrt)
Die L&E stellt drei Fragen an jede Rechtsregel:
| Frage | Worum es geht |
|---|---|
| Verhaltensvorhersage | Wie werden sich Menschen verhalten, wenn das Gesetz „X” vorschreibt? |
| Effizienz | Welche Regeln machen den „Kuchen” der Gesamtwohlfahrt größer? |
| Verteilung | Wie wird der Wohlstand in der Folge zwischen den Einzelnen aufgeteilt? |
4 · Ein erstes durchgerechnetes Modell: die Ökonomie der Kriminalität
Abschnitt betitelt „4 · Ein erstes durchgerechnetes Modell: die Ökonomie der Kriminalität“Um die Denkweise in Aktion zu sehen, hier ein berühmtes L&E-Modell (Becker, 1968). Ein potenzieller Krimineller wägt den Nutzen einer Straftat gegen ihre erwarteten Kosten ab - die Strafe, abgezinst um die Wahrscheinlichkeit, tatsächlich erwischt und verurteilt zu werden:
B > P × SB der Nutzen aus der Tat (z. B. die Beute)
P die Wahrscheinlichkeit, erwischt und verurteilt zu werden
S die Höhe der Sanktion (z. B. Jahre im Gefängnis)
Die Erkenntnis: Um Kriminalität abzuschrecken, kannst du P erhöhen (mehr Polizei) oder S (härtere Strafen). Sie erklärt auch, warum ein wohlhabender Bußgeld-Ignorierer und ein verzweifelter Dieb unterschiedlich reagieren - ihr B ist verschieden. Diese eine Ungleichung ist die ganze „ökonomische Denkweise” im Kleinen: Benenne die Kosten und den Nutzen, dann sage die Entscheidung vorher.
5 · Ein Markt oder die ganze Volkswirtschaft? Partial- versus Totalgleichgewicht
Abschnitt betitelt „5 · Ein Markt oder die ganze Volkswirtschaft? Partial- versus Totalgleichgewicht“Eine entscheidende Unterscheidung für den Rest des Kurses:
- Das Partialgleichgewicht betrachtet einen Markt für sich allein - z. B. nur den Markt für Kaffee, wobei alles andere festgehalten wird.
- Das Totalgleichgewicht betrachtet viele Märkte und wie sie aufeinander zurückwirken.
Warum das wichtig ist: Eine Veränderung in einem Markt strahlt in andere aus. Ein positiver Schock auf die Produktnachfrage bringt Unternehmen dazu, mehr Arbeitskräfte einzustellen → die Löhne steigen → die Produktionskosten steigen → das Produktangebot sinkt. Manchmal ist dieser Rückkopplungseffekt klein (die Partialanalyse genügt); manchmal dominiert er, und du musst im Totalgleichgewicht denken.
Wiederholungs-Zusammenfassung
Abschnitt betitelt „Wiederholungs-Zusammenfassung“Weiter: Angebot, Nachfrage & Gleichgewicht → - wie ein Markt tatsächlich Preis und Menge bestimmt.