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Woche 9 | Session 1: Intelligente Entscheidungstools — Problem der DC-Standortwahl & K-means Clustering (Intro)

Kurs: Supply Chain Digitalisierung — Modul 3: Analytics im SCM



1. Fallstudie — Expansion eines Pharmaunternehmens

Abschnitt betitelt „1. Fallstudie — Expansion eines Pharmaunternehmens“

Hintergrund: Ein Pharmaunternehmen möchte in eine neue Region expandieren und hat Standortdaten (Breiten- & Längengrade) von 811 potenziellen Kunden gesammelt.

Kundenstandorte

Es muss entschieden werden: Wo sollen Distributionszentren (DCs) eröffnet werden, um diese 811 Kunden zu bedienen?

  1. Entscheidung 1: Wo sollen die DCs liegen? (Wie viele? Bei welchen Koordinaten?)
  2. Entscheidung 2: Welche Kunden werden von welchem DC bedient? (Wie segmentieren?)

Mit zunehmender Anzahl von DCs sinkt die Kundenanzahl pro DC → schnellerer Service → Reaktionsfähigkeit steigt. Jedoch: Fixe + variable Kosten pro DC × mehr DCs → Gesamtkosten steigen.

Anz. der DCsKunden pro DCReaktionsfähigkeitGesamtkosten
1Alle 811Gering ↓Niedrig ↓ (am günstigsten)
3–4~200 pro DC↑↑↑↑
6~135 pro DCHoch ↑↑↑Hoch ↑↑↑ (teuer)

Es muss das optimale K (Anzahl der Cluster) gefunden werden, das Reaktionsfähigkeit und Kosten ausbalanciert.

Tradeoff-Diagramm


K-means Clustering DC-Standort-Problem

Was ist K-means Clustering? Eine unüberwachte (unsupervised) Machine-Learning-Technik zur Gruppierung von Datenpunkten in K Cluster.

  • Input: Datensatz mit Koordinaten (Lat, Long) + Wert von K.
  • Output: (1) Cluster-Zuweisung für jeden Datenpunkt, (2) Zentroid jedes Clusters.
KonzeptErklärung
K (Input)Anzahl der Cluster = Anzahl der zu öffnenden DCs. Nutzer definiert K.
Output 1 — SegmentierungJeder der 811 Kunden wird genau 1 Cluster zugewiesen.
Output 2 — ZentroidMittelpunkt jedes Clusters = vorgeschlagener DC-Standort (Lat, Long).

Zentroid = geometrischer Mittelpunkt aller Kundenkoordinaten in diesem Cluster. Die Distanz vom Zentroid zu jedem Clustermitglied ist im Durchschnitt minimiert. Platzierung des DC am Zentroid → minimale durchschnittliche Fahrstrecke zu allen zugewiesenen Kunden.


  • Entscheidung 1 — Kundensegmentierung: K-means weist automatisch jeden der 811 Kunden genau 1 Cluster zu, basierend auf räumlicher Nähe.
  • Entscheidung 2 — DC-Standort: Der Zentroid jedes Clusters liefert den Breiten- und Längengrad des vorgeschlagenen DC.

K-means Output Beispiele

K-means löst BEIDE Entscheidungen für ein gegebenes K — aber was ist das richtige K? Ist K = 1, 3, 4, 5 oder 6 optimal? Dies wird mit der Elbow-Methode (in der nächsten Session behandelt) beantwortet.


  • Problem: 811 Kundenstandorte (Lat/Long) — wo DCs eröffnen, wie Kunden zuweisen.
  • Zielkonflikt: Mehr DCs → bessere Reaktionsfähigkeit, höhere Kosten.
  • K-means Clustering: unüberwachte ML-Technik — gruppiert Kunden in K Cluster.
  • Output 1: Segmentierung (Kunde wird 1 DC zugewiesen).
  • Output 2: Zentroid (vorgeschlagener DC-Standort).
  • Warum Zentroid? Minimiert die durchschnittliche Distanz vom DC zu allen Kunden in diesem Cluster.