Woche 2 | Sitzung 4: Analytische Produktsegmentierung und Kraljic-Matrix
Kurs: Supply-Chain-Digitalisierung
Sitzungskontext
Abschnitt betitelt „Sitzungskontext“Teil 1 — Analytische Produktsegmentierung: Nachfragevariabilität und Wochenumsatz
Abschnitt betitelt „Teil 1 — Analytische Produktsegmentierung: Nachfragevariabilität und Wochenumsatz“Fallaufbau
Abschnitt betitelt „Fallaufbau“Unternehmen: Hersteller von Elektronikgeräten mit einer großen Vielfalt an SKUs. Produkte: Smartphones, Tablets, Smartwatches und andere Gadgets. Betrieb: 2 Städte — Stadt A und Stadt B; 2 Kanäle — Online und Einzelhandel. Verfügbare Daten: Wochenumsatz für 20 SKUs über 8 Wochen für beide Städte. Jahresumsatz: 1 Mrd. USD.
Verwendete Segmentierungsvariablen:
| Variable | Was sie misst |
|---|---|
| Durchschnittlicher Wochenumsatz | Volumenindikator — wie viele eines SKUs pro Woche durchschnittlich verkauft werden |
| Nachfragevariabilität / Bestellvariabilität | Stabilitätsindikator — wie stark die Nachfrage von Woche zu Woche schwankt |
Nachfragevariabilität messen — Variationskoeffizient (VK)
Abschnitt betitelt „Nachfragevariabilität messen — Variationskoeffizient (VK)“Formeln:
Schritte zur Berechnung und Segmentierung (Excel-basierter Workflow)
Abschnitt betitelt „Schritte zur Berechnung und Segmentierung (Excel-basierter Workflow)“- Daten erfassen — 8-Wochen-Wochennachfragedaten für alle 20 SKUs für Stadt A und Stadt B separat sammeln
- SKU-weisen Durchschnittsbedarf berechnen — bedingte
AVERAGEIFS-Formel für jede Stadt verwenden - SKU-weise Standardabweichung berechnen — bedingte
STDEVIFS-Formel für jede Stadt verwenden - VK berechnen — σ durch μ für jede SKU je Stadt dividieren:
VK = σ / μ - Streudiagramm erstellen — X-Achse: VK (Nachfragevariabilität); Y-Achse: Durchschnittlicher Wochenumsatz
- Stadt-A- + Stadt-B-Nachfrage kombinieren — gemeinsamen Durchschnittsbedarf, gemeinsames σ und gemeinsamen VK für jede SKU berechnen
- Kombiniertes (gemeinsames) Streudiagramm erstellen — repräsentiert die Verteilzentrumsperspektive
- 4-Quadranten-Matrix erstellen — jeder Produktgruppe je nach Quadrantposition eine SC-Strategie zuweisen
Rohe Wochenumsatzdatentabelle
Abschnitt betitelt „Rohe Wochenumsatzdatentabelle“
VK-Berechnungen — Stadt A
Abschnitt betitelt „VK-Berechnungen — Stadt A“
VK-Berechnungen — Stadt B
Abschnitt betitelt „VK-Berechnungen — Stadt B“
Gemeinsamer (Kombinierter) VK — Verteilzentrumsperspektive
Abschnitt betitelt „Gemeinsamer (Kombinierter) VK — Verteilzentrumsperspektive“
Streudiagramm — Stadt A und Stadt B kombiniert
Abschnitt betitelt „Streudiagramm — Stadt A und Stadt B kombiniert“
Streudiagramm — Verteilzentrum (Gemeinsam)
Abschnitt betitelt „Streudiagramm — Verteilzentrum (Gemeinsam)“
4-Quadranten-Strategiematrix
Abschnitt betitelt „4-Quadranten-Strategiematrix“Die Streudiagramme werden basierend auf Schwellenwerten für VK und durchschnittlichen Wochenumsatz in vier Quadranten unterteilt. Jeder Quadrant ordnet einer bestimmten SC-Strategie zu.

Quadrant 1 — Niedriger VK + Hoher Umsatz (Oben-Links)
Abschnitt betitelt „Quadrant 1 — Niedriger VK + Hoher Umsatz (Oben-Links)“| Merkmal | Detail |
|---|---|
| Produkttyp | Wesentliche / Hochvolumige Produkte |
| Merkmale | Immer nachgefragt, stabil, vorhersagbar |
| Beispiele | Standardgüter, Alltagskonsumgüter |
| SC-Typ | Effiziente Lieferkette |
| Strategie | PUSH — prognosegesteuert, Massenproduktion |
Quadrant 2 — Hoher VK + Niedriger Umsatz (Unten-Rechts)
Abschnitt betitelt „Quadrant 2 — Hoher VK + Niedriger Umsatz (Unten-Rechts)“| Merkmal | Detail |
|---|---|
| Produkttyp | Maßgefertigte / Nischenprodukte |
| Merkmale | Geringes Nachfragevolumen + hohe Unvorhersagbarkeit |
| Beispiele | Sondereditionen, hochgradig maßgefertigte Produkte |
| SC-Typ | Reaktionsfähige Lieferkette |
| Strategie | PULL — nachfragegesteuert, hohe Anpassung |
Quadrant 3 — Hoher VK + Hoher Umsatz (Oben-Rechts)
Abschnitt betitelt „Quadrant 3 — Hoher VK + Hoher Umsatz (Oben-Rechts)“| Merkmal | Detail |
|---|---|
| Produkttyp | Unterhaltungselektronik / High-Tech-Produkte |
| Merkmale | Hohes Volumen UND hohe Variabilität — der komplexeste Quadrant |
| Beispiele | Unterhaltungselektronik, Tech-Gadgets mit schnellen Modellwechseln |
| Strategie | Hybrid Push-Pull — Push-Pull-Grenzrahmen aus Sitzung 3 anwenden |
Quadrant 4 — Niedriger VK + Niedriger Umsatz (Unten-Links)
Abschnitt betitelt „Quadrant 4 — Niedriger VK + Niedriger Umsatz (Unten-Links)“| Merkmal | Detail |
|---|---|
| Produkttyp | Basis- / Langsam drehende Produkte |
| Merkmale | Niedriger Umsatz + stabile Nachfrage |
| Beispiele | Saisonunabhängige Bekleidungsbasics, einfache Elektronikkomponenten |
| Strategie | Hybrid Push-Pull — spezifische Kombination je Produktanforderung |
Teil 2 — Kraljic-Matrix: Beschaffungs- und Einkaufssegmentierung
Abschnitt betitelt „Teil 2 — Kraljic-Matrix: Beschaffungs- und Einkaufssegmentierung“Zwei Achsen der Kraljic-Matrix
Abschnitt betitelt „Zwei Achsen der Kraljic-Matrix“| Achse | Was sie misst | Wichtige Faktoren |
|---|---|---|
| X-Achse — Versorgungsrisiko | Wie schwierig oder riskant es ist, die Komponente zu beschaffen | Verfügbarkeit der Komponente; Anzahl der Lieferanten; Wettbewerbsnachfrage; Make-or-Buy-Machbarkeit; andere versorgungsseitige Risikofaktoren |
| Y-Achse — Gewinnauswirkung | Wie stark die Komponente die Geschäftsrentabilität beeinflusst | Erforderliches Volumen; Prozentsatz der Gesamteinkaufskosten; direkte oder indirekte Auswirkung auf das Geschäftswachstum |
4 Quadranten der Kraljic-Matrix
Abschnitt betitelt „4 Quadranten der Kraljic-Matrix“
1. Unkritische Artikel — Geringes Versorgungsrisiko + Geringe Gewinnauswirkung
Abschnitt betitelt „1. Unkritische Artikel — Geringes Versorgungsrisiko + Geringe Gewinnauswirkung“| Merkmal | Detail |
|---|---|
| Merkmale | Hochgradig standardisiert; reichlich Angebot — viele Lieferanten verfügbar; einfach zu managen |
| Strategie | Beschaffung rationalisieren — Verwaltungsaufwand reduzieren, Bestellung automatisieren wo möglich |
2. Hebel-Artikel — Geringes Versorgungsrisiko + Hohe Gewinnauswirkung
Abschnitt betitelt „2. Hebel-Artikel — Geringes Versorgungsrisiko + Hohe Gewinnauswirkung“| Merkmal | Detail |
|---|---|
| Merkmale | Reichlich Angebot verfügbar aber hohe Gewinnauswirkung; Unternehmen hat starke Einkaufsmacht |
| Strategie | Volle Einkaufsmacht nutzen — Wettbewerbsgebote, aggressive Preisverhandlungen |
3. Strategische Artikel — Hohes Versorgungsrisiko + Hohe Gewinnauswirkung
Abschnitt betitelt „3. Strategische Artikel — Hohes Versorgungsrisiko + Hohe Gewinnauswirkung“| Merkmal | Detail |
|---|---|
| Merkmale | Kritischste Kategorie — hohes Risiko UND hohe Gewinnauswirkung; langfristige Auswirkung; Lieferantenwechsel schwierig |
| Strategie | Langfristige Lieferantenbeziehungen + tiefe Zusammenarbeit — Partnerschaftsansatz, gemeinsame Entwicklung, strategische Allianzen; Fokus auf Versorgungskontinuität |
4. Engpass-Artikel — Hohes Versorgungsrisiko + Geringe Gewinnauswirkung
Abschnitt betitelt „4. Engpass-Artikel — Hohes Versorgungsrisiko + Geringe Gewinnauswirkung“| Merkmal | Detail |
|---|---|
| Merkmale | Hohes Versorgungsrisiko aber minimale direkte Gewinnauswirkung; sehr geringe Kontrolle über Lieferanten; Nichtverfügbarkeit kann trotzdem den Betrieb stören |
| Strategie | Verfügbarkeit sicherstellen durch Sicherheitsbestand und alternative Beschaffung; eng überwachen |
Kraljic-Matrix — Schnellreferenz
Abschnitt betitelt „Kraljic-Matrix — Schnellreferenz“| Quadrant | Versorgungsrisiko | Gewinnauswirkung | Beschaffungsstrategie |
|---|---|---|---|
| Unkritisch | Niedrig | Niedrig | Rationalisieren und automatisieren |
| Hebel | Niedrig | Hoch | Hart verhandeln; Wettbewerbsgebote |
| Strategisch | Hoch | Hoch | Langfristige Partnerschaften; tiefe Zusammenarbeit |
| Engpass | Hoch | Niedrig | Versorgung sichern; Sicherheitsbestand halten; eng überwachen |
Sitzungszusammenfassung — Zwei analytische Tools
Abschnitt betitelt „Sitzungszusammenfassung — Zwei analytische Tools“| Tool | Achsen | Ergebnis | Zugeordnete Strategie |
|---|---|---|---|
| Nachfragevariabilität vs. Wochenumsatz-Quadrant | X: VK (Variabilität), Y: Durchschn. Wochenumsatz | 4-Quadranten-Produktklassifikation | Q1 = Push | Q2 = Pull | Q3 & Q4 = Hybrid Push-Pull |
| Kraljic-Matrix | X: Versorgungsrisiko, Y: Gewinnauswirkung | 4-Quadranten-Komponentenklassifikation | Unkritisch = Rationalisieren | Hebel = Verhandeln | Strategisch = Partnerschaft | Engpass = Sichern |