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Woche 1 | Sitzung 1: Grundlagen der Lieferkette

Kurs: Supply-Chain-Digitalisierung


Das Wort “Kette” steht für eine Reihe von Gliedern, wobei jedes Glied ein Akteur oder eine Einheit in der Lieferkette ist.

Zweck: Sicherstellen, dass Produkte hergestellt werden und den Endkunden zur richtigen Zeit, in der richtigen Menge und in der richtigen Qualität erreichen.

  1. Rohstofflieferant - liefert Rohstoffe zur richtigen Zeit, in der richtigen Menge und Qualität.
  2. Hersteller - verwandelt Rohstoffe in Fertigwaren.
  3. Lager - lagert Fertigwaren und ermöglicht die Verteilung.
  4. Händler - bringt das Produkt näher an regionale Märkte.
  5. Einzelhändler - letzter kommerzieller Kontaktpunkt vor dem Endkunden.
  6. Kunde - der endgültige Empfänger des Fertigprodukts.

Fallstudie
  • Komplexe, mehrstufige Lieferkette mit mehr als 1.000 Rohstofflieferanten
  • Unterkomponenten umfassen Armaturenbretter, Antriebssysteme und Motoren - jede erfordert eigene Lieferanten
  • Endmontage: ca. 1.000 einzigartige Komponenten in dieser Stufe
  • Verteilung: kann mehrschichtige Verteilzentren zwischen Monteur und Händlern umfassen

Fluss:

RM-Lieferanten → Unterkomponentenhersteller → Innen-/Antriebsmontage → Endmontage → Händler → Verbraucher

RM-Lieferanten~1.000
Rohstoffe
Rohstoffe
Rohstoffe
Tier-2-Lieferanten~500
Armaturenbrett-Hersteller
Getriebehersteller
Motorenhersteller
Tier-1-Lieferanten~102
Innenraum-Monteur
Antriebs-Monteur
Hersteller~1.000 Komponenten
Endmonteur
Händler
Händler
Händler
Händler
Verbraucher
Verbraucher
Automobil-Lieferkette - ein mehrstufiges Netzwerk, das ~1.000 Rohstofflieferanten auf einen einzigen Endmonteur verengt und sich dann über Händler wieder zu den Verbrauchern auffächert. Das Produkt fließt links → rechts; die Nachfragesignale rechts → links.

Fallstudie
  • Zwei wichtige Eingangstypen: (1) Rohstoffe (RM) und (2) Verpackungsmaterialien (PM)
  • Kritische Triade: RM-Lieferant ↔ Hersteller ↔ F&E - F&E treibt aktualisierte Produktanforderungen, die in Lieferantenspezifikationen einfließen
  • Eingehende Logistik über Schiene und Straße; Exporte über Exportagenten und C&F-Agenten
  • Das Verteilernetz ist komplex - es muss Patienten an jedem Punkt auf der letzten Meile erreichen

Fluss:

RM/PM-Lieferanten → Hersteller → Zentrallager → Händler/Großhändler → Einzelhändler/Apotheken/Krankenhäuser → Verbraucher

RM- & PM-
Lieferanten
→Eingangslogistik (Bahn / Straße)
Hersteller⟳ F&E-Rückkopplung
→Ausgangslogistik
Zentrallager
→
C&F- / Export-
agenten
→
DistributorenStockisten · Großhändler
→
Einzelhändler · Apotheken
· Krankenhäuser
→
Verbraucher
Pharmazeutische Lieferkette - zwei Eingangsströme (Roh- & Verpackungsmaterialien) speisen die Produktion, in der eine F&E-Schleife laufend die Spezifikationen aktualisiert, bevor ein bewusst dichtes Verteilernetz jeden Punkt der letzten Meile erreicht.

Fallstudie
  • Besonderes Merkmal: Der Transportmodus wechselt auf jeder Stufe der Lieferkette.
  • Die Verarbeitungsmethode und das Lagerformat verändern sich ebenfalls über die Stufen hinweg.

Fluss:

Exploration → Produktion → Rohöllager → Raffinerie (Destillation usw.) → Lagerterminals → Einzel-/Industrie-/Gewerbemärkte

Transportmodi je Stufe:

StufeModus
Exploration → ProduktionPipeline oder Schiff
Raffinerie → LagerterminalsPipeline oder Schiff
Lagerterminals → EndmärktePipeline / Bahn / Straße / Tanker
Exploration
→Pipeline / Schiff
Produktion
→Pipeline / Schiff
Rohöllager
→Pipeline / Schiff
RaffinerieDestillation usw.
→Pipeline / Schiff
Lagerterminals
→Pipeline / Bahn / Straße / Tanker
Einzel- · Industrie-
· Gewerbemärkte
Öl- und Gas-Lieferkette - ihr charakteristisches Merkmal ist, dass sich Transportmodus und Lagerformat auf nahezu jeder Stufe ändern, von Pipelines und Schiffen stromaufwärts bis zu Bahn, Straße und Tankern in der Endverteilung.

Fallstudie
  • Hauptunterschied zur traditionellen SC: Kein Hersteller oder RM-Lieferant ist in dieser Lieferkette sichtbar - nur Produktlieferanten und ein 3PL (Drittlogistikanbieter).
  • Wenn man die Lieferkette des Lieferanten zurückverfolgt, tauchen Hersteller und RM-Lieferanten wieder auf - sie fallen lediglich außerhalb des E-Commerce-Blickwinkels.

Zwei parallele Flüsse:

FlussWas er enthält
Informationsfluss (schwarze/blaue Linie)Bestelldetails - Produkttyp, Menge, Preis
Physischer Fluss (orangefarbene Linie)Physische Warenbewegung

Fluss:

Kundenbestellung → 3PL-Zentrallager → Lieferant → 3PL-Zentrallager → 3PL-Lokallager → Letzte-Meile-Lieferung → Kunde

Kunden-
bestellung
→
E-Commerce-
Plattform
→
Lieferant
→
3PL-
Zentrallager
→
3PL-
Lokallager
→Letzte-Meile-Lieferung
Kunde
Physischer Fluss - WarenbewegungInformationsfluss - Bestelltyp, Menge, Preis
E-Commerce-Lieferkette - kein Hersteller oder Rohstofflieferant ist im Blickfeld sichtbar; nur Produktlieferanten und ein 3PL-Anbieter. Der Informationsfluss (Bestellungen) läuft parallel zum physischen Warenfluss und ist ebenso wichtig.

  • Die Anzahl der Stufen und Schichten in einer Lieferkette beeinflusst direkt ihre Komplexität und den Koordinationsaufwand.
  • Gute Übung: Wählen Sie ein beliebiges Produkt → verfolgen Sie seine Lieferkette → identifizieren Sie jeden Akteur und seine Rolle.
SC-TypDefinierendes Merkmal
AutomobilMeiste Stufen, 1.000+ Lieferanten, höchste Montagekomplexität
PharmaF&E spielt eine aktive Rolle; letzte Meile ist entscheidend; komplexes Verteilernetz
Öl und GasEinzigartige Transportmodi (Pipeline/Schiff); Produkt verändert sich in der Raffinerie
E-CommerceInformationsfluss genauso wichtig wie physischer Fluss; 3PL-zentriert; keine interne Produktion