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Woche 4 | Sitzung 5: Zeitungshändler-Problem — Vollständige Auszahlungsanalyse & SC-Konflikt (Deterministisch)

Kurs: Supply-Chain-Digitalisierung — Modul 3: Digitales Geschäft in der SC



Warum der ZH nie von S* = N abweicht:

RichtungKosten der Abweichung
Mehr als N bestellenJede Einheit über N wird für ₹10 Großhandelspreis beschafft, generiert aber ₹0 Erlös → reiner Verlust
Weniger als N bestellenJede Einheit unter N ist ein verpasster Verkauf von ₹20 Nettoerlös (₹30 Preis − ₹10 Distribution)

SzenarioNachfrage (N)Beste ZH-Bestellung (S*)ZH-MaximalgewinnZH-AuszahlungsformWählt ZH S*?
10S* = 0₹0Jede Bestellung > 0 → Verlust. Nichts bestellen = ₹0.Ja — nichts bestellen
2–42.000S* = 2.000+₹20.000Steigt bis zum Höhepunkt bei S=N=2.000, fällt auf beiden Seiten. 40.000 bestellen → −₹3,60.000.Ja — Nachfrage treffen
530.000S* = 30.000+₹3,00.000Steigt gleichmäßig bis zum Höhepunkt bei S=30.000. Jede weitere Bestellung reduziert Gewinn.Ja — Nachfrage treffen
640.000S* = 40.000+₹4,00.000Steigt bis zum Höhepunkt bei S=N=40.000, fällt dann. 5 Lakh bestellen → tief unrentabel.Ja — Nachfrage treffen
75,00.000S* = 5,00.000MaximumSteigt bis zum Höhepunkt bei S=N=5,00.000. Würde noch höher gehen, wenn keine obere Nachfragegrenze existierte.Ja — Nachfrage treffen

Vollständige ZH-Auszahlungsmatrix (Alle Bestellmengen × Alle Nachfragestufen)

Abschnitt betitelt „Vollständige ZH-Auszahlungsmatrix (Alle Bestellmengen × Alle Nachfragestufen)“

Die folgende Tabelle zeigt den ZH-Gewinn (₹) für jede Kombination aus Nachfrageszenario und Bestellmenge S:

SzenarioNachfrageS=0S=1.000S=2.000S=3.000S=5.000S=10.000S=20.000S=30.000S=40.000S=5,00.000
100−10.000−20.000−30.000−50.000−1,00.000−2,00.000−3,00.000−4,00.000−50,00.000
2–42.0000+10.000+20.000+10.000−10.000−60.000−1,60.000−2,60.000−3,60.000−49,60.000
530.0000+10.000+20.000+30.000+50.000+1,00.000+2,00.000+3,00.000+2,00.000−44,00.000
640.0000+10.000+20.000+30.000+50.000+1,00.000+2,00.000+3,00.000+4,00.000−42,00.000
75,00.0000+10.000+20.000+30.000+50.000+1,00.000+2,00.000+3,00.000+4,00.000+50,00.000

RL-Auszahlung — Auswirkung der besten ZH-Entscheidungen

Abschnitt betitelt „RL-Auszahlung — Auswirkung der besten ZH-Entscheidungen“
RL-Perspektive

Vollständige RL-Auszahlungsmatrix (Alle Bestellmengen × Alle Nachfragestufen)

Abschnitt betitelt „Vollständige RL-Auszahlungsmatrix (Alle Bestellmengen × Alle Nachfragestufen)“

RL-Auszahlung hängt nur von S ab (nicht direkt von N — RL kann Nachfrage nicht beobachten):

SzenarioNachfrageS=0S=1.000S=2.000S=10.000S=20.000S=30.000S=40.000S=5,00.000
Alle SzenarienBeliebig0−1,45.000−1,40.000−1,00.000−50.000₹0+50.000+23,50.000

Wenn ZH seine beste Bestellung aufgibt (S* = N) — Was passiert mit dem RL?

Abschnitt betitelt „Wenn ZH seine beste Bestellung aufgibt (S* = N) — Was passiert mit dem RL?“
NachfrageniveauRationale Bestellung des ZHZH-ErgebnisRL-ErgebnisSC-Ergebnis
N < 30.000 (S1–S4)S* = N < 30.000Rentabel ✓Verlust bis −₹1,40.000 → RL verweigert LieferungSC bricht zusammen ✗
N = 30.000 (S5)S* = 30.000+₹3,00.000 ✓₹0 genau — kein GewinnmotivRL könnte ablehnen ⚠
N ≥ 40.000 (S6, S7)S* = N ≥ 40.000Rentabel ✓Rentabel ✓SC funktioniert ✓

SC = ZH-Gewinn + RL-Gewinn

SC-Gesamtauszahlung = ZH-Gewinn + RL-Gewinn für jede Bestellmenge S und jedes Nachfrageniveau N.

SzenarioNachfrageS=0S=1.000S=2.000S=10.000S=20.000S=30.000S=40.000S=5,00.000
100−1,55.000−1,60.000−2,00.000−2,50.000−3,00.000−3,50.000−26,50.000
2–42.0000−1,35.000−1,20.000−1,60.000−2,10.000−2,60.000−3,10.000−26,10.000
530.0000−1,35.000−1,20.0000+1,50.000+3,00.000+2,50.000−20,50.000
640.0000−1,35.000−1,20.0000+1,50.000+3,00.000+4,50.000−18,50.000
75,00.0000−1,35.000−1,20.0000+1,50.000+3,00.000+4,50.000+73,50.000

Wichtige SC-Erkenntnis: Wenn ZH S* = N bestellt, beträgt die SC-Gesamtauszahlung:

Szenario bei S* = NZH-GewinnRL-GewinnSC-GesamtSC tragfähig?
S1–S4 (N = 2.000)+₹20.000−₹1,40.000−₹1,20.000Nein ✗
S5 (N = 30.000)+₹3,00.000₹0+₹3,00.000Kaum
S6 (N = 40.000)+₹4,00.000+₹50.000+₹4,50.000Ja ✓
S7 (N = 5,00.000)MaximumMaximumMaximumJa ✓

Ergebnis bei optimaler ZH-Bestellung über alle Szenarien

Abschnitt betitelt „Ergebnis bei optimaler ZH-Bestellung über alle Szenarien“
SzenarioNachfrageZH’s S*ZH-GewinnRL-GewinnSC-GesamtRL beteiligt?
100₹0₹0 (oder −₹1,50.000 wenn aktiv)₹0Nicht nötig
2–42.0002.000+₹20.000 ✓−₹1,40.000 ✗−₹1,20.000 ✗Nein ✗
530.00030.000+₹3,00.000 ✓₹0 (Gewinnschwelle)+₹3,00.000Vielleicht ⚠
640.00040.000+₹4,00.000 ✓+₹50.000 ✓+₹4,50.000 ✓Ja ✓
75,00.0005,00.000Maximum ✓Maximum ✓Maximum ✓Ja ✓
AkteurBevorzugte BestellmengeWarumKonflikt?
ZeitungshändlerS* = N (Nachfrage genau treffen)Überbestand verschwendet Beschaffungsbudget. Unterbestand verschwendet Erlöschancen.
RegionslieferantS so groß wie möglich (> 30.000)Fixkosten von ₹1,50.000 müssen gedeckt werden. Grenzgewinn = ₹5/Einheit — mehr Einheiten = mehr Gewinn.JA ✗ — ZH begrenzt Bestellung auf N
Lieferkette (Gesamt)S* = N (gleich wie ZH wenn N ≥ 30.000)Wenn N ≥ 30.000 und ZH = N bestellt, wird der SC-Gesamtgewinn maximiert und beide Akteure sind rentabel.Kein Konflikt (wenn N ≥ 30.000)

Kernschlussfolgerungen — Deterministisches Setting

Abschnitt betitelt „Kernschlussfolgerungen — Deterministisches Setting“

Damit die SC bei N < 30.000 funktioniert, muss der ZH angereizt werden, von S* = N abzuweichen — mehr zu bestellen als die Nachfrage vorgibt, um den RL tragfähig zu machen, selbst wenn das den ZH individuell schadet.

  1. Die Lücke identifizieren: ZH bestellt S* = N < 30.000 → RL nicht tragfähig → SC bricht zusammen
  2. Koordinationsvertrag gestalten: Auszahlungen so umstrukturieren, dass ZH durch Bestellen von mehr als N gewinnt
  3. Vertragsoptionen:
    • Rückkaufvertrag: RL verpflichtet sich, unverkaufte Einheiten vom ZH zurückzukaufen → Überbestandsrisiko des ZH reduziert → ZH bereit, mehr zu bestellen
    • Umsatzbeteiligungsvertrag: ZH teilt einen Teil des Umsatzes mit dem RL → RL senkt Großhandelspreis → ZH bestellt mehr → beide profitieren
    • Mengenflexibilitätsvertrag: RL verpflichtet sich, Rückgaben bis zu einem Prozentsatz der Bestellung zu akzeptieren → Abwärtsrisiko des ZH begrenzt
  4. Plattformökonomie-Verbindung: Plattformen reduzieren Informationsasymmetrie und können Koordinationsverträge digital durchsetzen — in kommenden Sitzungen behandelt

Übergang zum probabilistischen Setting — Vorschau

Abschnitt betitelt „Übergang zum probabilistischen Setting — Vorschau“
SettingWesentlicher UnterschiedHerausforderung des ZH
Deterministisch (diese Sitzung)N ist bekannt, bevor S gewählt wirdZH bestellt immer perfekt S* = N — keine Unsicherheit
Probabilistisch (nächste Sitzung)N ist unbekannt, wenn S entschieden werden mussZH muss S wählen, bevor die tatsächliche Nachfrage bekannt ist → Risiko von Über- oder Unterbestand

ElementKernergebnis
ZH-AuszahlungskurveUmgekehrt-U-Form, Höhepunkt bei S* = N für jedes Nachfrageniveau
Dominante Strategie des ZHImmer genau S* = N bestellen — keine rationale Abweichung im deterministischen Setting
RL-AuszahlungsregelGewinn nur wenn S > 30.000. Beste Bestellung des ZH erfüllt dies möglicherweise nicht → RL lehnt ab
SC-GesamtauszahlungDas Beste des ZH = das Beste der SC wenn N ≥ 30.000. SC-Gesamtverlust wenn N < 30.000.
GrundkonfliktZH will S = N. RL will S so groß wie möglich. Diese kollidieren wenn N < 30.000.
Koordination notwendigWenn N < 30.000 — ZH muss (via Rückkauf/Umsatzbeteiligung/Mengenflexibilität) angereizt werden, über die Nachfrage hinaus zu bestellen
Nächste SitzungProbabilistisches Nachfragesetting — gleicher Konflikt + Nachfrageunsicherheit → Kostenkompromissformel für optimales S*