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Woche 3 | Sitzung 5: Kraljic-Matrix — Anwendungsbeispiel (Abfüllwerk)

Kurs: Supply-Chain-Digitalisierung



Abfüllwerk — Übersichtsdiagramm der 8 beschafften Artikel mit Kategorien

Artikelkategorien:

KategorieArtikel
ProduktionKunststoffflasche, Sirup, Etikett A, Etikett B, Kartons
Büro / VerwaltungA4-Papier, Tintenkartusche A (Etikettierung), Tintenkartusche B (Büro)

Beschaffungsdatentabelle — Alle 8 Artikel mit Einkaufsmenge, Kosten pro Paket, Gesamtwert, Lieferantenanzahl und Entfernung

Artikelweise Beschaffungsdaten und vorläufige Quadrantenklassifizierung:

ArtikelPaketgrößeGekaufte PaketeKosten/Paket (₹)GesamtwertAnzahl LieferantenDurchschn. EntfernungQuadrant
Kunststoffflasche500 Einheiten2.000₹3.000Hoch1.000Sehr nahHebel
Sirup1 Fass1.000₹6.300Hoch2Sehr weit (internat.)Strategisch
Etikett A2.500 Etiketten500 Pakete₹15.000₹75 Lakh4WeitStrategisch
Etikett B2.500 Etiketten100 Pakete₹15.000Niedrig4WeitEngpass
Karton1 Karton30.000₹20MittelVieleMittelEngpass
Papier (A4)10 Ries30₹4.000NiedrigVieleMittelUnkritisch
Tintenkartusche A (Etikettierung)1 Einheit20₹2.000Niedrig1Sehr weitEngpass
Tintenkartusche B (Büro)1 Einheit2₹500~₹1.000VieleNahUnkritisch

ArtikelBeobachtung
Etikett AHöchster Gesamtwert mit ₹75 Lakh — die Paketgröße (2.500 Etiketten) lässt es pro Einheit teuer erscheinen, aber das Volumen ist es, das die Gesamtkosten treibt
Kunststoffflasche & SirupEbenfalls hoher Gesamtwert — Sirup zu ₹6.300/Fass ist teuer pro Einheit
BürobedarfSehr niedriger Gesamtwert — Papier und Tintenkartusche B zusammen insgesamt nur ~₹1.000
Karton30.000 Einheiten gekauft, aber zu ₹20 je — mittlerer Gesamtwert trotz hohem Volumen
RisikoebeneArtikelGrund
Hohes Risiko — wenige LieferantenSirup (2), Etiketten A & B (je 4), Tintenkartusche A (nur 1 Lieferant)Begrenzte Beschaffungsoptionen
Niedriges Risiko — viele LieferantenKunststoffflasche (1.000), Karton, Papier, Tintenkartusche BReichlich Optionen
Hohes Risiko — große EntfernungSirup (international), Tintenkartusche A (sehr weit)Lange Wiederbeschaffungsvorlaufzeiten
Niedriges Risiko — nahe EntfernungKunststoffflasche (sehr nah)Schnelle Wiederbeschaffung möglich

Zusammengesetzten Versorgungsrisiko-Indikator aufbauen

Abschnitt betitelt „Zusammengesetzten Versorgungsrisiko-Indikator aufbauen“

Die zwei verfügbaren Versorgungsrisiko-Teilkennzahlen wirken in entgegengesetzten Richtungen — sie können nicht ohne Normalisierung kombiniert werden:

TeilkennzahlRichtungInterpretation
Anzahl der LieferantenMehr Lieferanten → niedrigeres RisikoUmgekehrte Beziehung
Durchschnittliche EntfernungGrößere Entfernung → höheres RisikoDirekte Beziehung

Alle Kennzahlen werden auf vergleichbare Skalen umgerechnet, bevor sie kombiniert werden:

KennzahlSkalaLogik
Gewinneinfluss0–100 = Artikel mit niedrigstem Wert, 10 = Artikel mit höchstem Wert
Anzahl der Lieferanten1–101 = wenigste Lieferanten = höchstes Risiko; 10 = meiste Lieferanten = niedrigstes Risiko
Durchschn. Entfernung1–101 = am weitesten entfernt = höchstes Risiko; 10 = am nächsten = niedrigstes Risiko

Versorgungsrisiko-Skalierungstabelle — Normalisierte Scores für Lieferantenanzahl und Entfernung pro Artikel

Gewichtetes Versorgungsrisiko und Gewinneinfluss-Scores — Alle 8 Artikel bereit zur Matrix-Darstellung

Rangfolge nach gewichtetem Versorgungsrisiko — wichtige Ergebnisse:

ArtikelVersorgungsrisikoebeneHaupttreiber
SirupHöchstes (~9,996)Nur 2 Lieferanten + internationale Entfernung
Tintenkartusche A (Etikettierung)HochNur 1 Lieferant + sehr weit entfernt
Etikett A & BMittel-hochNur 4 Lieferanten + weit entfernt
Tintenkartusche B (Büro)NiedrigViele Lieferanten + nahe Lage
Papier (A4)NiedrigViele Lieferanten + mittlere Entfernung
KunststoffflascheNiedrig1.000 Lieferanten + sehr nahe Lage

Darstellung und Klassifizierung in der Kraljic-Matrix

Abschnitt betitelt „Darstellung und Klassifizierung in der Kraljic-Matrix“
  • X-Achse: Gewinneinfluss (0–10)
  • Y-Achse: Gewichtetes Versorgungsrisiko (1–10)
  • Angewendeter Grenzwert: Score > 6 auf einer Achse = klassifiziert in die „hohe” Seite dieser Dimension

Streudiagramm — 8 Artikel dargestellt auf Gewinneinfluss vs. Versorgungsrisiko-Achsen mit Quadrantengrenzlinien

Endgültige Kraljic-Matrix — 8 Artikel in vier Quadranten klassifiziert

QuadrantArtikel
Strategisch (Hoher GI + Hohes Risiko)Sirup, Etikett A
Engpass (Niedriger GI + Hohes Risiko)Etikett B, Karton, Tintenkartusche A (Etikettierung)
Hebel (Hoher GI + Niedriges Risiko)Kunststoffflasche
Unkritisch (Niedriger GI + Niedriges Risiko)Papier (A4), Tintenkartusche B (Büro)

Bevor Änderungen empfohlen werden, wird die aktuelle Praxis für jeden Artikel gegen seinen Quadranten bewertet:

ArtikelQuadrantAktuelle PraxisIdentifiziertes Problem
KunststoffflascheHebelGleicher Lieferant seit 5 JahrenKäufermacht nicht genutzt — 1.000 Lieferanten verfügbar
SirupStrategischGleicher Lieferant 10 Jahre; jährliche VertragsneugotiationHohe Abhängigkeit; nur 2 Lieferanten; internationale Entfernung erhöht Risiko
Etikett AStrategischLieferant jährlich durch Preisverhandlung gewähltPreis von Jahr zu Jahr volatil; nur 4 Lieferanten
Etikett BEngpassLieferant jährlich gewähltNiedriger Wert, aber Versorgungsrisiko noch vorhanden — wenige Lieferanten, weit entfernt
KartonEngpassJährliche AuswahlRisiko trotz moderater Lieferantenanzahl vorhanden
Papier (A4)UnkritischSpotkäufe nach Bedarf ✓Möglicherweise zu viel ausgeben; lohnt sich, digitale Alternativen zu prüfen
Tintenkartusche AEngpass3-Jahres-Vertrag, dann neuer Lieferant1 Lieferant, sehr weit — hohes Produktionsunterbrechungsrisiko
Tintenkartusche BUnkritischSpotkäufe nach Bedarf ✓Minimales Problem

Empfehlungsübersicht — Artikelweise Strategiekarte auf der Kraljic-Matrix

Empfehlungslogiktabelle — Vollständige artikelweise aktuelle Praxis vs. empfohlene Maßnahme

Vollständige Empfehlungen — aktuelle Praxis vs. Maßnahme:

ArtikelQuadrantAktuelle PraxisProblemEmpfohlene Maßnahme
KunststoffflascheHebelGleicher Lieferant seit 5 JahrenKäufermacht trotz 1.000 Lieferanten nicht genutztWettbewerbliche Ausschreibung öffnen → Angebote einholen → Beschaffungskosten senken
SirupStrategischGleicher Lieferant 10 Jahre; jährliche NeuverhandlungHohe Abhängigkeit; nur 2 Lieferanten; internationale EntfernungJV erkunden; langfristige Konditionen verhandeln; Substitute prüfen, wenn Formulierungsflexibilität besteht
Etikett AStrategischLieferant jährlich durch Preisverhandlung gewähltPreis von Jahr zu Jahr volatil; nur 4 LieferantenMehrjährige Verträge mit 2–3 Lieferanten anbieten; Beschaffung verteilen, um Einzelquellenrisiko zu reduzieren und Kosten zu stabilisieren
Etikett BEngpassLieferant jährlich gewähltNiedriger Wert, aber Versorgungsrisiko vorhanden — wenige Lieferanten, weit entferntMehrjähriger Vertrag zur Reduzierung des Versorgungsunterbrechungsrisikos
KartonEngpassJährliche AuswahlVersorgungsrisiko trotz moderater Lieferantenanzahl vorhandenMehrere Lieferanten registrieren → Single-Point-of-Failure-Risiko reduzieren
Papier (A4)UnkritischSpotkäufe nach BedarfMöglicherweise zu viel ausgeben; prüfenswertPapierlose / digitale Prozesse erkunden; in der Zwischenzeit Spotkäufe fortsetzen
Tintenkartusche AEngpass3-Jahres-Vertrag, dann neuer Lieferant1 Lieferant, sehr weit — Produktionsetikettierung stoppt bei VersorgungsunterbrechungLieferantenübernahme erkunden ODER auf standardkompatible Tinte von einem nahegelegenen Lieferanten wechseln (Substitutionsstrategie)
Tintenkartusche BUnkritischSpotkäufe nach BedarfMinimales ProblemPapierloses Büro erkunden; Spotkäufe fortsetzen

Kunststoffflasche → Wettbewerbliche Ausschreibung

Abschnitt betitelt „Kunststoffflasche → Wettbewerbliche Ausschreibung“

Mit 1.000 nahe gelegenen Lieferanten hat der Käufer maximale Verhandlungsmacht. Fünf Jahre bei einem Lieferanten zu bleiben, ist eine verpasste Kostensenkungsmöglichkeit. Das Öffnen von Wettbewerbsausschreibungen wird die Beschaffungskosten deutlich senken.

Sirup → JV / Langfristige Verhandlung / Substitute

Abschnitt betitelt „Sirup → JV / Langfristige Verhandlung / Substitute“

Nur 2 Lieferanten weltweit, mit internationaler Entfernung — die Lehrbuchdefinition einer Strategischen Artikel-Herausforderung. Jährliche Neuverhandlung erzeugt Kostenunsicherheit und Beziehungszerbrechlichkeit.

Etikett A & B → Langfristige Verträge + Verteilung über Lieferanten

Abschnitt betitelt „Etikett A & B → Langfristige Verträge + Verteilung über Lieferanten“

Beide Etiketten haben sehr wenige Lieferanten (je 4) an weit entfernten Standorten. Die jährliche Auswahl schafft Preisinstabilität und fragile Beziehungen.

Lösung: Mehrjähriger Vertrag mit 2–3 Lieferanten gleichzeitig — stabilisiert Kosten (Etikett A, Strategisch) und reduziert Unterbrechungsrisiko (Etikett B, Engpass). Die Verteilung der Beschaffung über mehrere Lieferanten eliminiert die Single-Point-of-Failure-Gefährdung.

Tintenkartusche A (Etikettierung) → Substitut / Naher Lieferant

Abschnitt betitelt „Tintenkartusche A (Etikettierung) → Substitut / Naher Lieferant“

Dies ist der gefährlichste Engpassartikel im Portfolio — ein Lieferant, der sehr weit entfernt ist. Eine Versorgungsunterbrechung stoppt den internen Etikettendruck, was die Produktionschargenbildung vollständig stoppt.

Zwei Optionen:

  1. Lieferantenübernahme erkunden, wenn Mengen dies rechtfertigen
  2. Auf eine standardkompatible Tinte von einem lokalen oder nahen Lieferanten wechseln — eine Substitutionsstrategie, die das Versorgungsrisiko sofort senkt

Unkritische Artikel (Papier, Tintenkartusche B) → Papierlos / Spotkauf

Abschnitt betitelt „Unkritische Artikel (Papier, Tintenkartusche B) → Papierlos / Spotkauf“

Niedriger Wert und niedriges Risiko — keine strategische Aufsicht erforderlich. Spotkäufe fortsetzen und papierlos oder digital gehen erkunden, um den Beschaffungsbedarf schließlich ganz zu eliminieren.


Kontinuierliche Verbesserung — Die Matrix relevant halten

Abschnitt betitelt „Kontinuierliche Verbesserung — Die Matrix relevant halten“

Sitzungszusammenfassung — 6-schrittiger Kraljic-Anwendungsprozess

Abschnitt betitelt „Sitzungszusammenfassung — 6-schrittiger Kraljic-Anwendungsprozess“
  1. Daten sammeln — Einkaufswert, Anzahl der Lieferanten, durchschnittliche Lieferantenentfernung für alle Artikel im Umfang
  2. Skalieren und gewichten — Teilkennzahlen auf eine konsistente Skala normalisieren; gewichteten zusammengesetzten Versorgungsrisiko-Score berechnen
  3. Darstellen und klassifizieren — einen management-definierten Grenzwert anwenden (z. B. 6/10), um jeden Artikel einem der vier Quadranten zuzuweisen
  4. Aktuellen Zustand überprüfen — tatsächliche Beschaffungspraxis mit der idealen Strategie für jeden Quadranten vergleichen
  5. Empfehlen — gezielte Strategie pro Artikel definieren: Wettbewerbsangebote / JV / Langfristvertrag / Substitution / Spotkauf
  6. Iterieren — Matrix regelmäßig überprüfen; Gewichte, Kennzahlen und Grenzwerte verfeinern, wenn sich Marktbedingungen entwickeln