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Woche 9 | Session 5: DEA — Linearisierung, Excel Solver & Interpretation der Ergebnisse

Kurs: Supply Chain Digitalisierung — Modul 3: Analytics im SCM



  • DEA-Modell formuliert: Maximiere gewichteten Output ÷ gewichteten Input für jeden Standort, unter der Bedingung, dass die Effizienz aller Standorte ≤ 1 ist.
  • Problem: Das Modell ist nicht-linear — Entscheidungsvariablen kommen sowohl im Zähler als auch im Nenner vor.
  • Diese Session: Das Modell linearisieren, im Excel Solver lösen und Ergebnisse interpretieren.

2. Umwandlung von nicht-linearer DEA in lineare Programmierung

Abschnitt betitelt „2. Umwandlung von nicht-linearer DEA in lineare Programmierung“

Linearisierung des DEA-Modells

Warum nicht-linear? Sowohl Zähler (V1·Y1 + V2·Y2) als auch Nenner (U1·X1 + U2·X2) enthalten Entscheidungsvariablen → Y/X Typ = nicht-linear. Strategie: Zwei separate Transformationen anwenden.

TransformationWarum es funktioniert
1. Nebenbedingung (Nicht-linear zu Linear):
(V·Y) / (U·X) ≤ 1V·Y − U·X ≤ 0
Nenner auf die rechte Seite multiplizieren. Der Nenner ist positiv, also bleibt die Ungleichungsrichtung erhalten.
2. Zielfunktion (Nicht-linear zu Linear):
Maximieren (V·Y) / (U·X)
Nebenbedingung hinzufügen: U·X = 1
Lineare Zielfunktion: Maximieren V·Y
Nenner über eine zusätzliche Gleichheitsbedingung auf 1 fixieren. Die Zielfunktion reduziert sich auf die Maximierung des Zählers.

3. Linearisiertes DEA-Modell — Standort 1 (Beispiel)

Abschnitt betitelt „3. Linearisiertes DEA-Modell — Standort 1 (Beispiel)“
  • Zielfunktion (linear): Maximieren 92·V1 + 80·V2
  • Nebenbedingung 0 (Nenner = 1): 32·U1 + 88·U2 = 1 (ändert sich pro Standort)
  • Nebenbedingungen 1–9 (Effizienz ≤ 1): (linear, fest für alle Läufe)
    • F1: 92·V1 + 80·V2 − 32·U1 − 88·U2 ≤ 0
    • F2: 88·V1 + 78·V2 − 35·U1 − 94·U2 ≤ 0
    • (wiederholen für F3 bis F9)

V1, V2, U1, U2 ≥ ε (Nutzen Sie ε = 0,000001 — niemals exakt 0, um Nullgewichte zu vermeiden).


4. Allgemeines DEA-Modell (m Inputs, s Outputs, n Standorte)

Abschnitt betitelt „4. Allgemeines DEA-Modell (m Inputs, s Outputs, n Standorte)“
KomponenteAusdruck (linearisiert, für Standort p)Notizen
Zielfunktion (ändert sich pro Lauf)Maximieren: Σ(k=1 bis s) Vk · YkpGewichtete Summe der Outputs.
Zusätzl. Bedingung (ändert sich)Σ(j=1 bis m) Uj · Xjp = 1Fixiert Nenner = 1. Nur Inputs von Standort p.
Effizienzbedingungen (gleich)Für jedes i = 1 bis n: Σ Vk·Yki − Σ Uj·Xji ≤ 0Stellt sicher, dass keine Effizienz > 1 ist.
Nicht-NegativitätVk ≥ ε > 0, Uj ≥ ε > 0Nutzen Sie ε = 0,000001 (nicht 0), damit Parameter relevant bleiben.

  1. Daten eingeben: Daten + Variablenzellen anlegen. VLOOKUP für Koeffizienten nutzen.
  2. Zielzelle festlegen: Z.B. 92·V1 + 80·V2 (Maximieren).
  3. Variablenzellen ändern: V1, V2, U1, U2 Zellen auswählen.
  4. Nebenbedingung 0 hinzufügen: 32·U1 + 88·U2 = 1.
  5. Nebenbedingungen 1–9 hinzufügen: Alle 9 Standort-Bedingungen ≤ 0.
  6. Lösen: Simplex LP wählen, untere Grenze = ε. Ergebnisse notieren und 9 Mal wiederholen.

StandortEffizienzLückeParameter mit höchstem GewichtStatus
F4100%0%Effizient ★
F7100%0%Effizient ★
F195.72%4.28%OEE (V2 am höchsten)Nicht effizient
F992.00%8.00%Zykluszeit (U1 = 0.033)Nicht effizient
F287.00%13.00%OEE & RessourcenauslastungNicht effizient
F876.00%24.00%OEE (V2 = 0.011)Nicht effizient

(F4 und F7 dienen als Benchmarks auf der Effizienzgrenze. F8 ist am ineffizientesten).


7. Wie man DEA-Ergebnisse interpretiert — Fokus auf Gewichte

Abschnitt betitelt „7. Wie man DEA-Ergebnisse interpretiert — Fokus auf Gewichte“

Der Parameter mit dem höchsten Gewicht ist derjenige, auf den die Effizienz am empfindlichsten reagiert. Fokussieren Sie Verbesserungen dort.

SzenarioBedeutungAktion
Effizienz = 100%Standort liegt auf der EffizienzgrenzeKeine Verbesserung nötig — Benchmark
Output-Gewicht (Vk) am höchstenDieser Output ist am empfindlichstenOutput-Wert erhöhen
Input-Gewicht (Uj) am höchstenDieser Input zieht Effizienz nach untenInput-Wert reduzieren
Mehrere hohe GewichteOutput & Input tragen zur Ineffizienz beiBeides gleichzeitig verbessern

  • Nicht-linear → LP: Nenner kreuzweise multiplizieren; Nenner=1 Bedingung für Zielfunktion hinzufügen.
  • Solver: Simplex LP, 9 Läufe. ε > 0 als untere Grenze.
  • Ergebnisse: F4 und F7 (100%) sind effizient. F8 (76%) ist am ineffizientesten.
  • Interpretation: Parameter mit höchstem Gewicht = wichtigster Verbesserungsbereich.