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Woche 1 | Sitzung 2: SC-Stakeholder, Strategie und Fertigungsprozesse

Kurs: Supply-Chain-Digitalisierung


StakeholderRolle
LieferantenLiefern/verkaufen Rohstoffe oder Komponenten für das Endprodukt
HerstellerVerwandeln Rohstoffe durch verschiedene Produktionsprozesse in Fertigwaren
Transporteure (Logistik)Bewegen Waren von RM-Lieferant → Hersteller und von Fertigwaren → Rest des Verteilnetzes
HändlerLagern RM und Fertigwaren; geben sie basierend auf Produktionsplänen oder Nachfrage weiter
EinzelhändlerAm nächsten am Kunden; verkaufen Fertigwaren über Online- oder Ladengeschäfte
VerbraucherEndnutzer — der Punkt, an dem die Lieferkette endet

  1. Lieferant — liefert Rohstoffe
  2. Hersteller — verwandelt RM in Fertigwaren
  3. Händler — lagert und bewegt Fertigwaren
  4. Einzelhändler — verkauft an den Endkunden
  5. Kunde — erhält das Produkt

Der Transporteur verbindet jedes Glied in dieser Kette. Der Einzelhändler ist der letzte kommerzielle Akteur vor dem Kunden.

Wenn ein Kunde ein Produkt zurückgibt, fließt es rückwärts durch die Kette:

RückgabetypBearbeitet von
Geringfügige ReparaturEinzelhändler oder Händler — Produkt wird repariert und an den Kunden zurückgegeben
Große Reparatur / AustauschZurück zum Hersteller geleitet

Diese beiden Konzepte werden oft verwechselt — sie beinhalten dieselben Prozesse, haben aber grundlegend unterschiedliche Ziele.

Beispiel: Kaffeegeschäft
  1. Hochwertige Kaffeebohnen aus einer renommierten Anbauregion beziehen
  2. Eigenständiges Rösten zur Erhaltung von Qualität und Aroma
  3. Einladende Ladenumgebung mit bequemen Sitzplätzen
  4. Personalisierter Service und Anpassungsoptionen für jeden Kunden

Ergebnis: Jeder Schritt schafft Wert → der Kunde zahlt gerne einen Premiumpreis.


Beispiel: Smartphone
  1. Komponenten (Mikrochips, Bildschirme, Batterien) von globalen Lieferanten beziehen
  2. Komponenten zu Montagewerken an verschiedenen Standorten transportieren
  3. Zu fertigen Smartphones zusammenbauen
  4. An globale Einzelhändler verteilen, um die Kundennachfrage zu erfüllen

Fokus: Rechtzeitige Komponentenverfügbarkeit, effiziente Produktion, minimale Verschwendung und globale Verteilung.



StrategietypBeispielAnsatz
KostenführerschaftEinzelhandelskettenGroße Mengen, breites Produktsortiment zu niedrigsten Kosten
DifferenzierungSmartphone-MarkenHäufige neue Modelle mit neuer Technologie; kurze Einführungsabstände halten Kunden engagiert
Volumen + NiedrigpreisVerbrauchermärkteAlle Produkte unter einem Dach; hohes Volumen → niedrige Preise → hoher Kundenverkehr

PrioritätBedeutung
KostenKosten in jedem SC- oder Fertigungsschritt minimieren → ermöglicht eine Niedrigpreisstrategie
QualitätAlle Produkte und Prozesse entsprechen Spezifikationen; Produkt wird nach Qualitätskriterien akzeptiert
FlexibilitätFähigkeit, variierende Mengen und variierenden Produktmix anzubieten
LieferungZuverlässige und schnelle Lieferung; Verfügbarkeit bei Nachfrage
InnovationsfähigkeitGeschwindigkeit der Neuprodukteinführung → kurze Markteinführungszeit; schnelle Implementierung neuer Prozesse

Kernkonzept

Wettbewerbsprioritäten bestimmen, welcher Fertigungsprozess am geeignetsten ist. Es gibt fünf Typen, geordnet von höchster Vielfalt/niedrigstem Volumen bis niedrigster Vielfalt/höchstem Volumen.

#TypMerkmaleVolumenVielfaltFlussBeispiel
1ProjektProdukt bleibt stationär; alle Prozesse werden zu ihm gebrachtSehr niedrigSehr hochStationärBauwesen, Schiffe, Flugzeuge
2JobshopArbeitszentren gruppieren ähnliche Aufgaben; Produkt bewegt sich durch relevante ZentrenNiedrig–MittelHochUngeordnetMöbelwerkstatt nach Maß
3ChargenproduktionWaren werden in Chargen gefertigt; jede Charge durchläuft dieselbe SchrittfolgeMittelMittelNicht verbundene LinieBackwarenproduktion
4FließbandHohes Volumen, standardisierte Produkte; Produkte bewegen sich sequenziell durch StationenHochNiedrigSequenziellAutomobilfertigung
5Kontinuierlicher ProzessUnterbrechungsfreier Fluss; feste Schrittfolge; häufig für Flüssigkeiten und GaseSehr hochSehr niedrigKontinuierlichErdölraffinierung

Fertigungsprozess Volumen vs. Vielfalt Spektrum Diagramm


Die Konzepte dieser Sitzung bilden eine einzige verbundene strategische Kette:

  1. Wettbewerbsstrategie — definiert die angestrebte Marktposition (Kostenführerschaft, Differenzierung, Volumen)
  2. Wettbewerbsprioritäten — übersetzt Strategie in operative Dimensionen (Kosten, Qualität, Flexibilität, Lieferung, Innovation)
  3. Fertigungsprozess — ausgewählt auf Basis der Prioritäten (Projekt → Jobshop → Charge → Fließband → Kontinuierlich)
  4. SC-Typ — bestimmt durch den gewählten Fertigungsprozess
SC-TypFokusVerknüpfter Fertigungsprozess
Reaktionsfähige SCProdukt erreicht Kunden schnell, gemäß KundenanforderungenHochvielfältige Produktion — Jobshop oder Charge
Effiziente SCLieferung zu minimalen KostenHochvolumige Standardproduktion — Fließband oder Kontinuierlich