Woche 4 | Sitzung 4: Dezentralisierte vs. zentralisierte SC — Das Zeitungshändler-Problem (Deterministisch)
Kurs: Supply-Chain-Digitalisierung — Modul 3: Digitales Geschäft in der SC
Sitzungsagenda & Kontext
Abschnitt betitelt „Sitzungsagenda & Kontext“Die Ausgangssituation — Akteure & Ziele
Abschnitt betitelt „Die Ausgangssituation — Akteure & Ziele“Akteure
Abschnitt betitelt „Akteure“| Akteur | Rolle | Ziel |
|---|---|---|
| Zeitungshändler (ZH) | Beobachtet Marktnachfrage → gibt Bestellung auf → verkauft an den Endmarkt | Maximierung des eigenen Gewinns |
| Regionslieferant (RL) | Erhält ZH-Bestellung → entscheidet, ob er druckt und liefert | Maximierung des eigenen Gewinns — kann die Belieferung verweigern, wenn die Bestellung nicht tragfähig ist |
Entscheidungsfolge (Chronologisch)
Abschnitt betitelt „Entscheidungsfolge (Chronologisch)“- ZH beobachtet Nachfrage → entscheidet Bestellmenge S → gibt Bestellung an RL auf
- RL erhält Bestellung → entscheidet, ob er akzeptiert und liefert (basierend auf RL’s eigener Rentabilitätsbewertung)
Erlös- & Kostenparameter
Abschnitt betitelt „Erlös- & Kostenparameter“| Parameter | Zeitungshändler (₹/Einheit) | Regionslieferant (₹/Einheit) |
|---|---|---|
| Einzelhandelspreis (p) | ₹30 (Preis an Endkunden) | — |
| Großhandelspreis (w) | ₹10 (an RL je bestellter Einheit) | ₹10 (von ZH je gelieferter Einheit) |
| Distributionskosten (c_d) | ₹10 je verkaufter Einheit | — |
| Herstellungs-/Betriebskosten (c_m) | — | ₹5 je gedruckter Einheit |
| Fixe Betriebskosten (F) | Keine Fixkosten → immer rentabel wenn Nachfrage > 0 | ₹1,50,000 je Periode |
| Nettomarge je verkaufter Einheit | ₹30 − ₹10 − ₹10 = ₹10 je Einheit | ₹10 − ₹5 = ₹5 je Einheit (über Gewinnschwelle) |
| Gewinnschwelle | Keine Fixkosten — immer rentabel wenn eine Einheit verkauft wird | ₹1,50,000 ÷ ₹5 = 30.000 Einheiten |
Wichtige Formeln
Abschnitt betitelt „Wichtige Formeln“Zeitungshändler-Gewinn
Abschnitt betitelt „Zeitungshändler-Gewinn“Regionslieferant-Gewinn
Abschnitt betitelt „Regionslieferant-Gewinn“Deterministisches Setting — Was das bedeutet
Abschnitt betitelt „Deterministisches Setting — Was das bedeutet“7 Szenarien — Dezentralisierte Entscheidungsfindung (Deterministisch)
Abschnitt betitelt „7 Szenarien — Dezentralisierte Entscheidungsfindung (Deterministisch)“ZH gibt Bestellung S bei bekannter Nachfrage N auf. Beide Akteure treffen unabhängige gewinnmaximierende Entscheidungen.
| Szenario | Nachfrage (N) | Bestellung (S) | ZH-Gewinn (₹) | RL-Gewinn (₹) | Wer profitiert? | Würde ZH das wählen? |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 0 | 2.000 | −₹20.000 | −₹1,40.000 | Keiner | Nein — besser 0 bestellen |
| 2 | 2.000 | 40.000 | −₹3,60.000 | +₹50.000 | Nur Lieferant | Nein — ZH verliert stark |
| 3 | 2.000 | 1.500 | +₹15.000 | −₹1,42.500 | Nur ZH | Nein — S4 ist besser |
| 4 | 2.000 | 2.000 | +₹20.000 | −₹1,40.000 | Nur ZH | Ja (N < 30.000; beste ZH-Option) |
| 5 | 30.000 | 30.000 | +₹3,00.000 | ₹0 (Gewinnschwelle) | Nur ZH | Ja (ZH rentabel) |
| 6 | 40.000 | 40.000 | +₹4,00.000 | +₹50.000 | Beide ✓ | Ja — beide gewinnen |
| 7 | > 40.000 | = N | Steigt mit N | Steigt mit N | Beide ✓ | Ja — bestes Ergebnis |
Szenarioweise Analyse
Abschnitt betitelt „Szenarioweise Analyse“Szenarien 1–3: Sehr niedrige Nachfrage (N ≪ Gewinnschwelle)
Abschnitt betitelt „Szenarien 1–3: Sehr niedrige Nachfrage (N ≪ Gewinnschwelle)“Szenario 1 (N=0, S=2.000): ZH verkauft 0 Einheiten → verliert ₹20.000. RL druckt 2.000 → verliert ₹1,40.000. Kein Akteur profitiert. ZH würde das nie wählen — 0 bestellen ist besser.
Szenario 2 (N=2.000, S=40.000): ZH überbestellt massiv → verliert ₹3,60.000. RL erhält eine große Bestellung → verdient ₹50.000. Lieferant profitiert, ZH wird zerstört. ZH würde das rational nie wählen.
Szenario 3 (N=2.000, S=1.500): ZH unterbestellt leicht → verdient ₹15.000. RL-Bestellung liegt weit unter Gewinnschwelle → verliert ₹1,42.500.
Szenario 4: N = 2.000, S = 2.000 (ZH passt sich der Nachfrage an)
Abschnitt betitelt „Szenario 4: N = 2.000, S = 2.000 (ZH passt sich der Nachfrage an)“- ZH verkauft alle 2.000 Einheiten → Gewinn = 2.000 × ₹10 = +₹20.000 ✓
- RL druckt 2.000 (weit unter der Gewinnschwelle von 30.000) → Verlust = −₹1,40.000 ✗
Szenario 5: N = 30.000, S = 30.000 (Nachfrage = RL-Gewinnschwelle)
Abschnitt betitelt „Szenario 5: N = 30.000, S = 30.000 (Nachfrage = RL-Gewinnschwelle)“- ZH-Gewinn = 30.000 × ₹10 = +₹3,00.000 ✓
- RL-Gewinn = 30.000 × ₹5 − ₹1,50.000 = ₹0 (genau an der Gewinnschwelle)
ZH ist rentabel. RL ist indifferent — kaum tragfähig, kein Anreiz zu investieren oder Kapazitäten zu erweitern. Die SC funktioniert technisch, aber nur knapp.
Szenarien 6 & 7: N ≥ 40.000 (Beide Akteure rentabel)
Abschnitt betitelt „Szenarien 6 & 7: N ≥ 40.000 (Beide Akteure rentabel)“Szenario 6 (N = 40.000, S = 40.000):
- ZH-Gewinn = +₹4,00.000 ✓
- RL-Gewinn = (40.000 × ₹5) − ₹1,50.000 = +₹50.000 ✓
Szenario 7 (N > 40.000, S = N):
- Beide Gewinne steigen proportional mit der Nachfrage
- Beide Akteure bevorzugen S7 > S6 > S5 — Anreize sind vollständig ausgerichtet, wenn N ≥ 30.000
Kernerkenntnisse — Dezentralisiert vs. Zentralisiert
Abschnitt betitelt „Kernerkenntnisse — Dezentralisiert vs. Zentralisiert“Entscheidungsregel des Zeitungshändlers (Dezentralisiert)
Abschnitt betitelt „Entscheidungsregel des Zeitungshändlers (Dezentralisiert)“Auswirkung der ZH-Entscheidung auf den Regionslieferanten
Abschnitt betitelt „Auswirkung der ZH-Entscheidung auf den Regionslieferanten“| Nachfrageniveau | Rationale Bestellung des ZH | ZH-Ergebnis | RL-Ergebnis | SC-Ergebnis |
|---|---|---|---|---|
| N < 30.000 | S = N (< 30.000) | Rentabel | Verlust — kann Lieferung verweigern | SC-Konflikt → potenzieller Zusammenbruch |
| N < 30.000, S erzwungen > 30.000 | ZH würde das nie wählen | Verlust | Rentabel | ZH lehnt ab — wird nicht gewählt |
| N ≥ 30.000 | S = N (≥ 30.000) | Rentabel | Rentabel oder an Gewinnschwelle | SC funktioniert ✓ |
Was würde sich unter zentralisierter Entscheidungsfindung ändern?
Abschnitt betitelt „Was würde sich unter zentralisierter Entscheidungsfindung ändern?“Ein zentraler Planer, der den gesamten SC-Gewinn optimiert, würde:
- Die SC nur betreiben, wenn N ≥ 30.000 — um die Tragfähigkeit beider Akteure zu gewährleisten
- Bestellmengen wählen, die sowohl RL- als auch ZH-Rentabilität garantieren
- Erkennen, dass eine Bestellung von S < 30.000 das System unrentabel macht — und entweder den Betrieb ablehnen oder einen Weg finden, den RL zu entschädigen
Grenzen des deterministischen Settings
Abschnitt betitelt „Grenzen des deterministischen Settings“Zusammenfassung
Abschnitt betitelt „Zusammenfassung“| Element | Detail |
|---|---|
| Modell | Zeitungshändler-Problem — einperiodische Bestellung mit 2 Akteuren (ZH und RL) |
| ZH-Gewinnformel | min(N, S) × ₹20 − S × ₹10 |
| RL-Gewinnformel | S × ₹5 − ₹1,50.000 | Gewinnschwelle bei S = 30.000 Einheiten |
| Dominante Strategie des ZH (deterministisch) | Immer S = N bestellen — passt Nachfrage genau an |
| SC-Konfliktzone | N < 30.000 → ZH rentabel, RL nicht → RL kann aussteigen → SC bricht zusammen |
| Beide-rentabel-Zone | N ≥ 30.000 → sowohl ZH als auch RL rentabel → SC funktioniert |
| Zentralisierte Verbesserung | Koordinationsverträge notwendig, um ZH-Individualentscheidungen mit dem systemweiten Optimum auszurichten |
| Nächste Sitzung | Probabilistisches Nachfragesetting + Koordinationsmechanismen |